Südamerika Teil 12

Samstag, 01. Januar 2005 (0 km/33.854 km) (30 m H.) (NL140: wie NL138)

Wir beginnen das neue Jahr mit ausschlafen. Gabi hat einen Kater. Dann frühstücken wir gemütlich. Unser WC ist voller Moskitos. Während ich am Bericht schreibe, geht Gabi schon ins Schwimmbad. Ich folge eine Stunde später. Wir relaxen den ganzen Nachmittag, was zur Folge hat, dass wir uns und ganz besonders Gabi, einen schönen Sonnenbrand geholt haben. Ich spreche Harald Ditsch wegen unserer kleinen Problemchen an. Filme und überschüssiges Gepäck werden eingeschlossen. Heinz Schulze, unser Kumpel von der DZG, der morgen ankommt, kann auch hier schlafen.
Wir laufen zum Internetcafe um die Ecke. Dann essen wir eine Pizza. Die Familie hier hat 11 Kinder und einige Enkel und alle rennen in oder vor dem 4 m² großen Restaurant herum. Zurück am Sportgelände ist das Tor geschlossen. Man öffnet uns jedoch nach mehrmaligem Klopfen. Unser Moskitodom ist voller Schnaken.

Sonntag, 02. Januar 2005 (113 km/33.967 km) (30 m H.) (NL141: wie NL138)

Heute wollen wir Heinz Schulze vom Flughafen abholen, deshalb stehen wir um 6 Uhr auf. Sein Flieger landet planmäßig um 7.55 Uhr. Wir haben keine Ahnung wie wir fahren müssen. Irgendwie schaffen wir es bis 8 Uhr dort zu sein. 20 Minuten Verspätung hat die Maschine, also frühstücken wir hier.
mit Heinz Schulz von der DZG Ich habe Heinz erst 2 Mal gesehen und das ist auch schon 1 ½ Jahre zurück. Wir kennen uns trotzdem noch. Er hat kein Hotel vorgebucht, also fahren wir zum Sportgelände zurück. (Bild 65) Wir unterhalten uns den ganzen Nachmittag, dann gehe ich kurz schwimmen. Zwischenzeitlich haben Gabi und Heinz geplant ins Zentrum zu fahren. Warum nicht. Wir warten ewig auf einen Bus, dann nehmen wir ein Taxi, das uns zum Obelisken auf der mit 140 m breitesten Straße der Welt bringt. Sie hat schätze ich über 20 Spuren. Wir bestellen das Taxi auf 0.30 Uhr und bummeln ein wenig. Dann finden wir ein Chinarestaurant mit Menü für 1,50 €. Wir schlagen uns die Bäuche voll und fahren zurück. Wir haben den Fahrer gleich für morgen 9 Uhr bestellt, da Heinz zum Büro der Reederei Hamburg Süd gehen will, um sein Motorrad möglichst schnell in Empfang zu nehmen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen unsere Rückverschiffung gleich mit klar zu machen.

Montag, 03. Januar 2005 (0 km/33.967 km) (30 m H.) (NL142: wie NL138)

Wir stehen leicht verspätet am Ausgang, doch kein Taxi wartet. Wir rufen ein anderes, welchem auf der Fahrt nach Olivos der Keilriemen reist. Ein Ersatzwagen bringt uns zu Hamburg Süd.
Herr Winkler ist unser Ansprechpartner dort. Unsere Rückverschiffung ist kein Problem. Wir können sogar das Motorrad von Heinz noch mit in den Container nehmen und vielleicht auch noch das von seinem Reisegefährten. Der Container kostet 2.600 US$ und kann zu Hause bezahlt werden. Das ist ja perfekt. Hätten wir das vorher gewusst, wäre uns einiges Kopfzerbrechen erspart geblieben. Heinz bekommt sein Motorrad erst am 05.01.05. Mit dem Zug fahren wir ins Zentrum. Uns zieht es alle 3 zum Chinesen von gestern. Dann bummeln wir weiter. An einer Demo mit etlichen Fernsehsendern warten wir eine Weile. Dann wollen wir ein Tangolokal aufsuchen. Werbeschilder hängen ja überall. Einige Meter um die Ecke sei eines, sagt uns ein Mann, also nichts wie hin. Typische Musik hallt uns entgegen, als wir es erwartungsvoll betreten. Drinnen ist der Teufel los. 3 Opas sitzen an einem Tisch und spielen mit dem Wirt Zeitlupenskat. Wir sind die Gäste 5, 6 und 7. Hier geht richtig der Punk ab.
Wir kaufen eine Flasche Wein im Supermarkt nebenan, die ein neugieriger Hund zerdeppert. Also noch mal rein in den Laden. Dann fahren wir mit U-Bahn, Zug und Bus zurück zum Sportgelände, was über 2 Stunden dauert. Zum Weintrinken sind wir nun zu müde.

Dienstag, 04. Januar 2005 (107 km/34.074 km) (36 m H.)
(NL143: S 34°58,364 W 58°41,463 bei Canuelas/Argentinien)

Wir schwimmen ein paar Runden, frühstücken, hinterlassen einen Brief an den Vorstand des Vereins und verlassen unsere Domizil über den Jahreswechsel. Heinz hat heute seine Zollformalitäten zu erledigen und deshalb bringen wir ihn mit dem Auto dorthin. Wir haben ja die GPS-Koordinaten von der Zollstelle genannt "EMBA". Unser Instinkt bringt uns zielstrebig zum Obelisken. Von dort beginnt unsere Suche, die letztendlich mit dem GPS zum Erfolg führt. Leider hat der Zoll ein technisches Problem, nämlich keinen Strom und somit wird es nichts mit dem Erledigen der Einfuhrformalitäten.
Wir fahren zum dritten Mal zum Chinesen, da könnt ich jeden Tag essen. Auch Gabi und Heinz stopfen für 1,50 € rein was geht. Wir hocken bis 22 Uhr dort, obwohl wir heute noch Buenos Aires verlassen wollen. Heinz ist ein angenehmer Zeitgenosse und so fällt uns der Abschied schwer. Wir wollen in Emailkontakt bleiben, vielleicht kann man sich ja wo anders noch mal treffen. Um 23 Uhr verlassen wir Buenos Aires, nach einem kurzen Abschied. Gabi fragt einen Taxifahrer im Stadtzentrum nach der Ruta 3, welcher zurück fragt, wo wir den hin wollten. Tierra del Fuego antworten wir, Feuerland, worauf uns der Taxifahrer etwas blöd anschaut, denn das wäre ja noch 3.000 km entfernt. Wir kommen noch in einen Stau, bevor wir einen Schlafplatz hinter hohen Büschen an der Autobahn finden.

Mittwoch, 05. Januar 2005 (796 km/34.870 km) (85 m H.)
(NL144: S 38°58,955 W 64°06,691 Rio Colorado/Argentinien)

Um 8 Uhr geht die Post ab, um möglichst viele km zu machen. In einem Supermarkt decken wir uns mit Lebensmitteln ein. Es wird brutal heiß an diesem Tag. Gabi fährt ein gutes Stück. Außer ein paar Vögeln am Wegesrand gibt es nichts zu berichten. Wir kommen gut voran auf der guten, aber sehr monotonen Strecke. In Rio Colorado stoppen wir an einem Restaurant und arbeiten am Bericht 11. Für die Nacht verziehen wir uns hinter eine Tankstelle und schlafen wegen der Hitze mit offener Heckklappe.

Donnerstag, 06. Januar 2005 (553 km/35.423 km) (4 m H.)
(NL145: S 42°34,593 W 64°16,552 Puerto Piramides/Halbinsel Valdes/Argentinien)

Irgendwie bin ich müde, deshalb fährt Gabi auch heute ein gutes Stück. Gegen 17 Uhr erreichen wir die Einfahrt der Halbinsel Valdes. Wir besichtigen kurz das Museum und fahren dann nach Puerto Piramides, dem Hauptort. Dort finden wir ein gutes, aber doch teures Restaurant. Wir sitzen bis 22 Uhr und schreiben am Bericht. Dann fahren wir zum Schlafen an den Strand hinter dem Ort.

Freitag, 07. Januar 2005 (280 km/35.703 km/223 km/7.171 km) (101 m H.)
(NL146: S 42°33,512 W 64°48,772 Ausfahrt Halbinsel Valdes/Argentinien)

Während ich am Morgen Tagebuch schreibe, spaziert Gabi am Strand entlang. Außer Atem kommt sie zurück: "Da ist eine kleine Schlange, oder ein Wurm am Strand, der Muscheln frisst."Hört sich an wie Seemannsgarn. Tatsächlich kriechen an besagter Stelle grüne Würmer über die Muschelbänke.
Dann fahren wir auf Erdstraße zum Punta Delgado, welchen wir um 11 Uhr erreichen. Um 12.30 Uhr gibt es eine kostenlose Führung zu den Seeelefanten. Bis dorthin kochen wir uns etwas. Dann marschieren wir in einer Gruppe mit einem Guide zum Strand und sitzen nun 20 m von den halbwüchsigen Seeelefanten entfernt. Die Tiere wiegen 500 - 1.000 kg. Ausgewachsene Bullen (bis zu 4.500 kg schwer), gibt es hier zurzeit nicht. Nach der Führung klettern wir an einer anderen Stelle zum Strand hinab.
Auf dem Weg um die Halbinsel stoppen wir an einer Pinguin- und einer Seelöwenkolonie. Letztere werden zu gewissen Zeiten von Orcas sogar am Strand attackiert. Die Schwertwale, sowie die großen Wale sind zurzeit allerdings nicht hier. Um 21 Uhr machen wir uns nach einem wunderschönen Tag zurück aufs Festland.
In der Dämmerung fängt unser Toyota nach beinahe 10.000 km erstmals wieder zu hüpfen an und geht aus. Der Wasserabscheider ist voller Dreck und Wasser. Der kleine Filter ist auch zu. Wir reinigen beide im Dunkeln bei eiskaltem Wind und weiter geht die Fahrt. Allerdings nur einen ganzen km, dann steht er wieder. Noch mal die ganze Prozedur, dann tauschen wir auch den Hauptfilter und fahren jetzt immerhin 40 km. Dann ist wieder Sabatt. Ist dieser Schrottdiesel jetzt aus Paraguay oder Argentinien? Wir hüpfen in einen Seitenweg und schlafen dort. Morgen ist auch noch ein Tag.

Samstag, 08. Januar 2005 (204 km/35.907 km/38 km/7.209 km) (263 m H.)
(NL147: S 43°56,459 W 65°24,292 Punta Tombo/Argentinien)

Früh gleich wieder schmutzige Hände. Dann läuft er bis auf 2 kaum merkliche Aussetzer die nächsten 80 km. Wir suchen vorsichtshalber eine Werkstatt und wollen mal die Dieselleitung durchblasen lassen. Bei Toyota arbeiten sie noch und wir wiegen uns in guten Händen. Leider spricht keiner Englisch und so verstehen sie kaum was wir wollen. Also machen sie genau das, was ich auch schon mehrmals gemacht habe. Die Dieselleitung wollen sie nicht durchblasen, dazu besteht kein Grund. Dann setzen sie einen neuen Vorfilter ein, den einzigen, den sie haben. Fertig und der Toyota wird zum Waschen in eine Ecke gefahren. Mit dem Dampfstrahler lasse ich vor allem noch die Radkästen absprühen. Dann will ich das Türschloss reparieren lassen, welches mit dem Kommentar "nicht zu reparieren" eingebaut wird. Den Zusatztank können sie auch nicht schweißen. Hier trifft wohl eher zu, "Toyota, nichts ist möglich." 15 € kostet der Spaß.
Dann essen wir ein riesiges halbes Hähnchen und ein ½ kg leckeres Eis für 1,10 €. Das Paläontologische Museum mit etlichen Dinoskeletten ist unser nächstes Ziel. Dann das Internetcafe, zum Verschicken des Reiseberichtes 11. Wir kaufen noch mal ½ kg Eis, fahren dann aus der Stadt und biegen in die Schotterpiste zum Punta Tombo ein. Dort fahren wir bis zur Absperrung und schlafen.

Sonntag, 09. Januar 2005 (513 km/36.420 km/179 km/7.388 km) (500 m H.) (NL148: S 45°44,517 W 68°17,321 Cerro Dragon/Argentinien)

Pinguine am Punta Tombo Um 7.30 Uhr öffnet das Tor. Wir trinken noch Kaffee und fahren dann die letzten km zu den Pinguinen. Dort sind wir die ersten Touristen und lange Zeit allein. Gabi gesellt sich unter die komischen Vögel und einer scheint kopfverdrehend zu überlegen, was ich wohl für ein merkwürdiger Geselle bin. Es ist eine gewaltige Kolonie, die hier brütet. Dazwischen grasen Guanakos.
Um 12 Uhr verlassen wir Punta Tombo auf Schotter Richtung Süden. Am Cabo Raso spazieren wir über eine Stunde am Strand entlang, dann geht's bei Camarones auf Teer zur Ruta 3. Gabi fährt ein Stück, damit ich schreiben kann. In Commodore Rivadavia schicken wir den beiden Holländern eine Mail, das wir bald bei ihnen in Ushuaia sind. Dann essen wir und kaufen auch hier ½ kg Eis. Wir fahren noch aus der Stadt einige km nach Westen und schlafen hinter einer Tankstelle.

Montag, 10. Januar 2005 (435 km/36.855 km/73 km/7.461 km) (133 m H.)
(NL149: S 47°12,364 W 67°15,424 Straße 3 südlich Fitz Roy/Argentinien)

Der versteinerte Wald von Sarmiento wartet. Wir brechen auch heute zeitig auf. Die Straße 26 geht in eine typisch patagonische Schotterstraße über. Der Wald ist von dieser Seite nur ganz spät ausgeschildert. Dann stehen wir am Eingang und haben hinten links einen Plattfuß. Die Ursache dafür ist nicht zu erkennen.
Versteinerter Wald von Sarmiento Eine Stunde später laufen wir durch den Park. Ein Hündchen schließt Freundschaft mit uns, wird von Gabi immer wieder gekrault und begleitet uns dann. Hündchen taucht plötzlich mit einem roten Damenslip auf, an dem er fleißig herumkaut. Für uns ist er nun tabu, was er irgendwie nicht ganz versteht. Die versteinerten Bäume liegen farbenprächtig wie die ganze Landschaft da. Wir sind hellauf begeistert von soviel Schönheit. Jeder hebt ein Stückchen prähistorisches Holz auf, als Souvenir. Der Ranger ist ein netter Kerl und lädt uns zu sich nach Hause ein. Dusche, Asado, Rotwein und Bier bietet er uns an. Wir wollen ihn später in ca. 10 Tagen besuchen, auf dem Rückweg vom südlichsten Festlandpunkt der Welt.
Wir fahren nach Sarmiento und lassen den Reifen flicken. Im anderen Rad steckt auch ein Nagel. In Commodore Rivadavia gehen wir ins Internet wegen der Holländer und nehmen uns gleich ½ kg Eis mit. Dann fahren wir nach Süden und stoppen kurz am Strand. Da sich unser Aufblendlicht nicht mehr ausschalten lässt, fahren wir nur bis zur Dämmerung. An km 2005 stoppen wir an einem Parkplatz neben einem LKW spielen Karten und schlafen.

Dienstag, 11. Januar 2005 (665 km/37.520 km/1 km/7.462 km) (109 m H.)
(NL150: S 52°01,408 W 69°31,602 nach Rio Gallegos/Ruta 3/Argentinien)

Gabi hört unseren Wecker überhaupt nicht mehr. Wir pennen bis 9 Uhr, obwohl Großfahrtag angesagt ist. Bei dieser vom Wind gepeitschten Einöde von Landschaft fällt das Fahren nicht schwer. Dann rennt ein Gürteltier auf der Straße. Vollbremsung um das Tierchen zu retten. Kläffend und schnaubend setzt es sich zur Wehr und gräbt sich sofort ein, als wir es neben der Straße auf den Boden setzen.
In Puerto San Julian essen wir zu Mittag und setzen unseren Weg fort. Einige kleine Seen tauchen vor Rio Gallegos auf. Schwarzhalsschwäne, Flamingos und andere Wasservögel geben lohnende Fotomotive ab. Dann suchen wir in der Stadt ein Internet. Die Holländer haben sich endlich gemeldet, leider haben wir sie hier verpasst. Die sind schon in Coihaique in Chile. Wir holen uns noch eine Pizza und haben dann leichte Orientierungsprobleme. Endlich finden wir den Weg aus der Stadt. Da kommt wieder mal seit langem ein Köder aus einem Hof gerannt und will wie schon so viele andere zuvor, kläffend neben dem Auto her rennen. Ich stoppe einfach. Der Hund steht dämlich an der Straße herum, weis nichts mit der für ihn neuen Situation anzufangen. Dem haben wir΄s aber gegeben.
Weiter geht die Fahrt und endet im Sonnenuntergang, da sich unser Aufblendlicht immer noch nicht ausschalten lässt. So schlafen wir an einer Baustelle hinter hohen Erdhaufen an der Straße 3.

Mittwoch, 12. Januar 2005 (516 km/38.036 km/191 km/7.653 km) (73 m H.)
(NL151: S 54°58,453 W 68°13,537 Ushuaia/Feuerland/Argentinien)

Der Tag beginnt mit einer Baustelle und unglaublichem Wind. Dann schon die Grenze. Auf chilenischer Seite wird nach Lebensmitteln im Auto gefragt. Ansonsten problemlos. Wir tauschen Geld für das Fährticket und erreichen das Schiff um 11.30 Uhr. 45 Minuten später sind wir auf See und Gischt spritzt über die Bordwand. Ein paar Leute sind klatschnass. 1 Stunde später sind wir ein zweites Mal an der Grenze. Auch hier unmöglicher Wind. Wir fahren bis Rio Grande und kaufen dort ein. Am Fluss essen wir zu Abend. Dann fahren wir bis kurz vor Ushuaia und unser Auto bleibt ein weiteres Mal stehen. Filter wechseln nützt nichts, da wir keine neuen mehr haben. Wir müssen hier an der Straße übernachten und morgen weitersehen. Wir kochen und trinken Tee mit Rum, dann kommt die Polizei und sagt, dass wir hier nicht bleiben können. Meine Rumfahne haben sie nicht bemerkt, dafür schleppen sie uns freundlicher Weise mit unserem Seil bis Ushuaia ab. Dort können wir an einer Tankstelle schlafen.

Donnerstag, 13. Januar 2005 (196 km/38.232 km/138 km/7.791 km) (22 m H.)
(NL152: S 54°58,547 W 66°44,649 Prefectura Naval Moat/Ende der Welt/Argentinien)

Um 10 Uhr kriechen wir heute erst aus der Falle, frühstücken ausgiebig und machen uns auf die Suche nach einer Werkstatt. Bei einer Pirelliniederlassung werden wir fündig. Hier gibt es Öl für Turbomotoren und außerdem machen sie den Ölwechsel gleich. Dieselfilter finden wir allerdings erst in einem anderen Laden. Endlich haben wir alles soweit am Auto erledigt, da kommt mir die Idee, doch mal das Schloss auf der Fahrerseite zu probieren und siehe da, es funktioniert. Es geschehen doch immer wieder Wunder. Wollte sich unser Toyota für die Schmach des abgeschleppt Werdens auf diese Weise bei uns entschuldigen? Der Toyota-Mechaniker gerät in immer schlechteres Licht. Nun fahren wir gut gelaunt in den Nationalpark am anderen Ende der Welt. Altbekannte Landschaften und neue Eindrücke kommen auf uns zu. Am besten ist die kleine Poststation hier. Wir schicken ein paar Postkarten, machen ein Foto am Ende des Panamericana und fahren zurück nach Ushuaia.
Das Ende der Welt Der Versuch in einem Campingplatz zu Duschen scheitert, da es um 17 Uhr noch kein heißes Wasser gibt. In Ushuaia tanken wir 40 l, nicht mehr, da der Diesel in Chile bessere Qualität hat. Dann machen wir uns auf den Weg zum eigentlich südlichsten Punkt der Welt, der Estancia Moat. Sie liegt noch weiter unten als Ushuaia und ist über eine Erdstraße erreichbar, welche relativ gut ist und durch tolle Landschaften führt. Höhepunkt ist ein Biber am Wegesrand, der uns durch heftiges Schlagen mit seinem Schwanz mächtig beeindruckt. Wir sind äußerst vorsichtig bei dem kräftigen Kerl, der nicht mal vor dem Toyota flüchtet. Um 22.30 Uhr erreichen wir das Ende der Straße und wollen uns noch einen Tee kochen. Da kriegen wir Besuch von einem wirr daher redenden Kerl, der uns vom Pabst, Gott und der Welt erzählt. Kaum hat er sich verzogen, taucht ein Soldat auf und bietet uns an, auf dem Militärgelände zu schlafen, da es dort sicherer ist. Wir fahren die 300 m weiter und schlafen dort. Der Wind ist unbeschreiblich. Der fast 3 Tonnen schwere Toyota schwankt die ganze Nacht hin und her.

Freitag, 14. Januar 2005 (465 km/38.697 km/274 km/8.065 km) (23 m H.)
(NL153: S 52°46,368 W 69°17,298 Cerro Sombrero/Feuerland/Chile)

Wir schlafen richtig aus. Der Wind tobt auch tags über weiter. Nach dem Frühstück wollen wir losfahren. Tagesziel ist Punta Arenas und irgendwo duschen. Weit kommen wir nicht, denn die Soldaten bitten uns in ihre Station. Wir bekommen Kaffee, der Generator wird extra wegen unserem Laptop angestellt und wir können duschen. Der Tag beginnt richtig gut, wenn man nach 12 Uhr noch davon sprechen kann. Um 14 Uhr machen wir uns endgültig auf den Weg. Adlerauge Gabi entdeckt ein Rudel Delphine im Beagle-Kanal.
Dann fahren wir auf die Ruta 3. Teer, dann Schotter, und der Toyota hüpft und geht aus. Der Wind pfeift erbärmlich, ich will nicht aus dem Auto. Er springt an. Dann geht's eine Weile gut und wieder dieselbe Scheiße. Es macht langsam keinen Spaß mehr. Wir erreichen die Grenze und hoffen gleich in Chile Diesel zu bekommen. Jeder Tropfen in Argentinien ist zuviel. Allerdings gibt es an der Grenze keine Tankstelle auf chilenischer Seite. Über 100 km Schotterstraße entfernt bekommen wir welchen, sagt man uns. Der Tank ist ziemlich leer, 15 l Reserve in Kanistern und der Toyota ist nur am hüpfen. Man könnte wahnsinnig werden. Der Wind, der Staub und fliegende Steine machen es nicht leichter. Nach 5 km füll ich den großen Kanister ein. Ein LKW vor uns. Wir können noch überholen, dann geht er zu x-ten Mal aus. Der Truck donnert vorbei. Nun läuft er wieder und wir schlucken Staub. Dann können wir uns absetzen. Jetzt geht gar nichts mehr. Es ist etwas windstiller geworden. Aus dem Wasserabscheider läuft nur braune Pampe. Den Vorfilter erneuere ich total. Noch entlüften und er fährt genau einen km. Ich will nach Hause. Der Tank könnte wieder leer sein. Ich fülle den kleinen Kanister rein und somit sind alle Reserven aufgebraucht. Zum Glück läuft er jetzt vernünftig und wir erreichen Cerro Sombrero um 23 Uhr. Alles ist zu, aber es soll Diesel geben. Hoffentlich, denn sonst haben wir echt ein Problem, da wir aus eigener Kraft nirgendwo mehr hinkommen.

Samstag, 15. Januar 2005 (483 km/39.180 km/117 km/8.182 km) (171 m H.)
(NL154: S 50°57,888 W 72°50,160 Torres del Paine Nationalpark/Chile)

Auch heute kommen wir nicht aus der Falle. An der Tankstelle gibt es auf jeden Fall Diesel für Cash, der ist zwar teurer, aber filtriert. Der Toyota springt heute Morgen erst nach einem weiteren Mal entlüften an. 61 l bekommen wir für unsere restlichen Chilenischen Peso und US$. Das argentinische Geld brauchen wir für die Fähre. Nach dem Tanken wieder Startprobleme, dann schnurrt er jedoch wie ein Kätzchen, mit der Kraft eines Löwen.
Mit 80 km/h fahren wir zur Fähre und setzen über. Nach 150 km fährt Gabi ein Stück, während ich hinten schlafe. In Puerto Natales bekommen wir dann alles was wir brauchen. Erst mal 220 l Diesel, dann einen sehr leckeren Lachs, Bargeld von der Bank, Internet und Essen aus dem Supermarkt für morgen. Dann machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark Torres del Paine. Auf der Piste dorthin bekommen wir unseren zweiten Steinschlag in die Windschutzscheibe. Dann suchen wir uns einen günstigen Platz um den Sonnenaufgang gut erleben zu können, falls das Wetter passt. Draußen ist allerdings Weltuntergangsstimmung.

Sonntag, 16. Januar 2005 (7 km/39.187 km/7 km/8.189 km) (NL155: wie NL154)

Der Wettergott scheint uns heute nicht wohlgesinnt. Die Torres (Felsen-Türme fast 3.000 m hoch) bleiben unsichtbar, also nichts mit diesem fantastischen Sonnenaufgang, wie wir ihn vor 7 Jahren schon mal erleben durften. Wir schlafen bis 10 Uhr, frühstücken kurz und beschließen trotz des schlechten Wetters zu den Torres auf zu steigen. Das Wetter kann hier ja von einer Sekunde auf die andere umschlagen. Nicht gerade profitrekkermäßig ausgerüstet machen wir uns an den 5 Stunden dauernden Treck. Unsere besten Ausrüstungsgegenstände sind meine 5 Jahre alten 17,95 € - Liedl - Sonderangebots - Sicherheitsschuhe. In 4 Etappen ist der Wanderweg aufgeteilt. Etappe 1 schaffen wir in der halben Zeit, Etappe 2 ebenfalls. Junge Gipfelstürmer tragen riesige Rucksäcke den Berg hoch. Ich frage einen mal nach dem Gewicht, worauf er antwortet, 30 Pfund (amerikanische), das sind also nicht mal 15 kg. Mein Krempel wiegt auch 8 kg, dazu unser in Südamerika angefressener Speck! Eigentlich schleppen wir ja mehr als die jungen Burschen den Berg hoch. Das Wetter bietet alles erdenklich miese, von Nieselregen über Schnee bis Hagel, dazu der orkanartige patagonische Wind, kurz gesagt, es ist nicht gerade schön. Etappe 3 führt an einem tiefen Canyon entlang. An einer kleinen Brücke, 4 Baumstämmchen und einseitig ein Geländer, gerade mal breit genug für eine Person, staut sich der Verkehr. Ich voraus, gefolgt von Gabi und einem weiteren Mädchen, laufen wir im Gänsemarsch über den schmalen Steg. Auf der anderen Seite ein "altes Schaf" in supermodernen Treckingklamotten nimmt Anlauf, springt zu uns auf die Brücke, senkt den Kopf und… Unglaublich!... Ich hol aus, hau der Alten voll eins in die …! Natürlich nicht!... Vielleicht stell ich ihr wenigstens ein Bein, damit sie in den Bach fällt! ... Rudi, was für schlimme Gedanken. Blödes Weib, ich geh wortlos weiter.
im Torres del Paine NP Die letzte Etappe wird dann megahart. Der Aufstieg über die Gletschermuräne zum See vor den Torres. Unsere Klamotten sind durchnässt, der Wind bläst uns wie Spielbälle durch die Gegend, die Felsen sind nass und jeder Schritt birgt ein Risiko. Zu allem Überfluss hat sich Gabi Blasen an beiden Fersen gelaufen und ich Miniskusprobleme an den Knien. Trotz aller Handykaps erreichen wir den Aussichtspunkt nach 4 Stunden. Der Ausblick entschädigt wie immer für alle Strapazen. Denkste, eigentlich gibt es außer dem vernebelten See gar nichts zu sehen, die Torres bleiben unsichtbar.
Es ist nach 15 Uhr, als Gabi die grandiose Idee kommt, hier auf besseres Wetter zu warten. Wir können beide kaum mehr laufen, haben nur einen Poncho dabei und brauchen wahrscheinlich ebenfalls 4 Stunden für die Strecke zurück zum Auto. "Womannologic!" Mehr fällt mir dazu nicht ein. Wir machen uns auf den Rückweg. Gabi kann kaum mehr bergauf gehen. Ich dagegen watschel' bergab wie Donald Duck. Meine Knie schmerzen immer mehr. Ich sollte mir ernstlich Gedanken über die Anschaffung eines Krückstocks machen. Nach Stunden voller Qual erreichen wir total durchnässt unser Auto. Erst mal einen heißen Tee mit Rum, dann Ravioli und andere Leckereien, wir müssen wieder zu Kräften kommen. Die Beine schmerzen und der Wanst ist kugelrund, als wir an unseren Schlafplatz von gestern zurückfahren.

Montag, 17. Januar 2005 (242 km/39.429 km/203 km/8.392 km) (333 m H.)
(NL156: S 50°57,739 W 71°42,243 Ruta 40 zw. Cerro Castilla u. El Calafate/Argentinien)

Das Wetter bleibt uns treu. Wir sehen auch heute keine Torres im Sonnenaufgang. Später machen wir die Heckklappe auf und warten. Kurz zeigen sich 2 der 3 Türme schemenhaft. Wir holen Wasser am Parkeingang und machen uns auf den Weg zum Lago Gray mit seinen Eisbergen. Die Natur zeigt sich auf dem Weg dort hin in unglaublicher Schönheit. Türkisgrüne und azurblaue Seen, bläuliche Gletscher, grauer Fels, blauer Himmel und grüne Wiesen, sowie bizarre Bergformationen. Es ist ein Spiel der Farben und Formen, außerdem werden jetzt auch noch die Torres sichtbar.
Am Salto Grande läuft uns ein junger neugieriger Dachs über den Weg, dann lernen wir ein deutsches Ehepaar kennen, das mit seinem Unimog hier ist. Am Lago Gray machen wir die gleiche Wanderung wie vor 7 Jahren. Diesmal sind allerdings weniger Eisberge zu sehen. Mir setzt der 4-km-Marsch sichtlich zu.
Dann verlassen wir den Park und essen in Cerro Castillo zu Abend. Es ist viel los in der einzigen Kneipe des Ortes. Dann um 22 Uhr können wir noch beide Grenzübergänge passieren. An der Ruta 40 halten wir etwa 150 km vor El Calafate, unserem morgigen Ziel.

Dienstag, 18. Januar 2005 (218 km/39.647 km/78 km/8.470 km) (197 m H.)
(NL157: S 50°18,102 W 72°47,881 Puerto Bandera/Argentinien)

Endlich sitz ich mal wieder um 7 Uhr hinter dem Lenkrad. Die Zeit drängt und wenn alles klappt, wollen wir heute noch die Katamaranfahrt zum Uppsala-Gletscher machen. Wir kommen nach 9 Uhr in El Calafate an, zu spät für die Tour. Wir wollen sie dann morgen machen. Zu erledigen gibt es einiges. Zuerst bringen wir unsere Wäsche zum Reinigen, dann holen wir uns Infos im Touristenbüro, danach Geld von der Bank, Essen aus dem Supermarkt, lassen die Rückflüge bestätigen und ärgern uns mit den Politessen herum. Das ganze Kaff ist eine richtige Abzocke geworden. Wir verziehen uns nach 16 Uhr mit den Tickets für die Bootsfahrt und fahren zur Halbinsel, die wie eine Linie die Fluten des Sees in eine türkisgrüne und eine braune Hälfte teilt.
Der Versuch eine Abkürzung von hier auf die Teerstraße zu finden endet an einer Klippe auf der gerade ein Haus gebaut wird. Gegen 20 Uhr erreichen wir den Hafen Puerto Bandera, an dem wir morgen die Tour machen werden. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen auf einer Halbinsel des Lago Argentino, kochen und bereiten uns für den morgigen Tag vor.

Mittwoch, 19. Januar 2005 (131 km/39.778 km/58 km/8.528 km) (262 m H.)
(NL158: S 50°19,599 W 72°11,931 El Calafate/Argentinien)

Um 6 Uhr heißt es aufstehen. Wir fahren in den Hafen und Frühstücken dort. Um 8.30 Uhr gehen wir an Bord. Das Schiff hat gut 300 Sitzplätze und fast alle sind belegt. Mit Vollgas fahren wir durch die Teufelsschlucht. Danach zum ersten Gletscher, den sie Spaghetti (Spegazzini) getauft haben, weil ihn ein Italiener erforscht hat. 135 m hoch ist die Eiswand. Ein Fotomotiv jagt das andere.
 Onelli-See, Los-Glaciers Zweites Ziel ist die Onelli-Bucht. Hier gehen wir an Land und laufen durch einen Wald zum Onelli-See, (Bild 70) welcher durch den Onelli-Fluß mit der Onelli-Bucht verbunden ist. Dahinter stehen der nördliche Onelli-Berg, der mittlere Onelli-Berg, sowie der südliche Onelli-Berg, von welchen der Onelli-Gletscher und zwei weitere in den Onelli-See kalben. Sehr einfallsreich, die Argentinier. Egal, die Natur geht auch hier verschwenderisch mit ihrer Schönheit um. Wäre da nicht ein laufender halber Meter, namens Rotzfrech, der nichts anderes zu tun hat, als einen Stein nach dem anderen in den See zu werfen. Vater ist ganz Stolz auf sein Energiebündel. Es ist windstill, der See könnte spiegelklar sein, also gehen wir 20 m weiter und stellen unser Stativ hier auf. …(Klatsch, direkt neben uns)…"Grrr"… Wir gehen noch mal 20 m weiter. Alles ist bereit. …(Klatsch)… "Jetzt fliegst du hinterher du Zwerg", aber irgendwie ist er ja auch drollig.
Wir müssen zurück an Bord. Der Katamaran bringt uns noch zum Uppsala-Gletscher, dem mit 9 km Breite und 60 km Länge, größten im Park. Gewaltige Eisberge, größer als Öltanker treiben vor der gigantischen Wand aus jahrtausende altem, gefrorenem Wasser. Die Farbpalette geht von weiß über blau bis schwarz. Um 17 Uhr treten wir die Rückfahrt an und erreichen den Hafen nach 19 Uhr. Unser Toyota ist von Bussen eingeparkt. Um 19.30 Uhr beschließen wir noch, dem Perito-Moreno-Gletscher einen Anstandsbesuch abzustatten. Ihm haben wir vor 7 Jahren schon fasziniert zugeschaut. Er ist größer geworden, reicht jetzt bis zum anderen Ufer. Durch einen Tunnel unter dem Eis, fließt das Wasser ab.
Um 23 Uhr können wir unsere Wäsche abholen, kaufen noch was zu Essen und schlafen außerhalb der Stadt. Ich habe meinen letzten Film in der Kamera, doch hier kostet ein Diafilm 10 €, das Dreifache des Preises, den ich in Deutschland bezahlt habe. Die können ihre Filme behalten.

Donnerstag, 20. Januar 2005 (438 km/40.216 km/318 km/8.846 km) (312 m H.)
(NL159: S 49°00,898 W 71°09,274 Estanzia Primera Argentina/Ruta 40/Argentinien)

Wir verlassen erst um 10 Uhr unseren Schlafplatz, nachdem wir im Auto Ordnung gemacht haben. Wo der Zustand immer herkommt, keine Ahnung? Der Teer endet an der Einfahrt in die Straße 40, auf der wir jetzt hunderte von km nach Norden fahren werden. Das Massiv des Fitz Roy ist schon von weitem zu erkennen und fast wolkenfrei, aber nur fast. Wir warten eine ganze Weile, jedoch der große Turm zeigt sich nicht. Im Ort El Chalten essen wir zu Mittag und wandern danach zu einem Wasserfall. Die anderen Wanderwege sind zu lange für einen Kurzaufenthalt. Wir versuchen vergebens Diafilme zu bekommen. Langsam wird es knapp, nur noch 20 Fotos. ½ kg Eis nehmen wir uns mit auf den Weg, dann werden nur noch km geschruppt. Heute überschreiten wir die 40.000 km-Marke irgendwo auf der Ruta 40. Am Lago Cardiel fahren wir in eine Estanzia und fragen, ob wir hier auf dem Gelände schlafen dürfen. Am Seeufer finden wir einen schönen Schlafplatz für die Nacht.

Freitag, 21. Januar 2005 (469 km/40.685 km/462 km/9.308 km) (381 m H.)
(NL160: S 46°34,953 W 70°55,759 Perito Moreno Stadt/Argentinien)

Auch heute kommen wir nicht aus den Federn, entgegen unseren normalen Reisegewohnheiten. Wir frühstücken noch und fahren auf die Ruta 40 zurück. Ein harter Fahrtag liegt vor uns. Der ganz normale patagonische Wind hat auch heute Orkanstärke. Ein Radler sitzt am Wegesrand und winkt uns zu. Sind das nun Helden oder einfach Bekloppte, die sich das antun? Der Ort Tamel Aike erweist sich als ein Haus, und eine Ruine. Wir kommen trotz Schotterpiste gut voran. Auf diesen Straßen sieht man nun den Vorteil des Geländewagens. Wir halten unsere 80 km/h weiter, während alle anderen Fahrzeuge deutlich langsamer fahren.
Um 14 Uhr erreichen wir die Einfahrt zur Cueva de las Manos. Die Höhle selbst etwa 45 Minuten später. Wir kommen gerade recht zur nächsten Führung. In einem grandiosen Canyon haben Menschen aus der Vorzeit hunderte von farbigen Handabdrücken hinterlassen. Gruta de los Manos Diese sind zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt worden.
Auf der Rückfahrt bricht der Toyota in Linkskurven hinten rechts leicht aus. Ich glaube erst an einen schleichenden Plattfuß, was sich nicht bestätigt. Dann erreichen wir die Ruta 40 und haben noch 120 km bis Perito Moreno. Dort wollen wir tanken und versuchen, Filme zu bekommen. Die Straße läuft trotz Regen recht gut. Wir sind am schnellsten unterwegs. Busse, LKWs, Kleinbusse, PKW, auch andere Geländewagen fahren langsamer. Dann rennt ein Gürteltier über die Straße. Gabi will es fotografieren und rennt hinterher. Gürteltier meint, Gabi will es fressen und rennt links um den Busch. Gabi denkt ich bin intelligenter und rennt rechts herum. Gürteltier ist auch nicht dumm und gräbt sich ein. Ich halt mir den Bauch vor lachen.
Dann eine Linkskurve, wir sind zu schnell, das Heck bricht wie auf Glatteis aus und wir schlittern seitlich die Strasse hinab und zu guter letzt mit der Schnauze an den Hang. Puh, das ist noch mal gut gegangen. Der rote Pick Up hinter uns kommt um die Kurve und stoppt. Wir schicken ihn weiter, es ist ja nichts passiert. Dann schießt der silberne Pick Up ebenfalls zu schnell herum und kommt wie wir ins Schleudern. Vielleicht ja auch wegen uns? Er fängt sich und fährt weiter. Ich schäme mich irgendwie. Da überholt man erst alle und dann baut man einen Unfall. Zum Glück ist Perito Moreno nicht mehr weit. Den Roten sehen wir nicht mehr, der Silberne fährt jedoch im Schritttempo vor uns herum, wahrscheinlich geht es ihm ebenso wie mir.
In Perito Moreno tanken wir voll und können an der Tankstelle auch Toilette und Dusche nutzen. Dann gehen wir ins lahmste Internetcafe der Welt. Danach essen wir in einem Restaurant, in dem eine Magerform von Frau Flotter mit 1cm Zahnlücke bedient. Das Essen hier ist verständlicher weiße billig trotz einer Flasche Wein. Dann schlafen wir hinter einer Tankstelle.