Ankunft in Buenos Aires

Sonntag, 15.08.2004
Biergarten in Oberthulba

Um 17 Uhr fahren wir mit Elena Erat und Peter Krämer von Kleinbrach los. Weit kommen wir nicht, da lacht uns ein Biergarten in Oberthulba an. Nach einem Weizen führt uns ein Spaziergang über Privatgelände, doch die Oma im Hof gewährt uns Durchgang. Bei Peter Krämer übernachten wir in Dreieich.


Montag, 16.08.2004

Elena und Peter bringen uns zum Flughafen. Ab jetzt sind wir allein. In Madrid taucht ein erstes Problem auf. Beim Einchecken will man uns nicht abfertigen, da wir kein Visum für Argentinien haben und unser Rückflug erst 6 Monate später ist. Einige Minuten später klärt sich die Situation. Wir landen gegen 22 Uhr in Buenos Aires. Uns empfängt ein richtiges Sauwetter. Regen und Temperaturen um 10C. Wir schlafen die Nacht am Flughafen

Dienstag, 17.08.2004

Mit Karin und Roberto beim Essen Um 10 Uhr rufen wir Karin Langenmayr an, die uns zusammen mit ihrem Mann am Flughafen abholt. Gabis Glücksteddy ist unser Erkennungszeichen. Wir bekommen ein Zimmer und verstehen uns gleich ausgezeichnet. Die beiden sind supernett und helfen uns wo sie können. Karin hat schon mit der Reederei wegen unseres Toyotas telefoniert. Wir müssen noch mal Bluten, 243 US$ verlangt die Spedition für ihre Dienste. Wir essen am Abend ein Schnitzel das so groß ist, das wir alle 4 satt werden für umgerechnet 5 . So lässt es sich Leben.

Mittwoch, 18.08.2004

Wir fahren mit dem Zug in die Stadt zu P&O Nedlloyd (Spedition), werden unsere Dollars los und müssen dann zum Zoll. Dort kostet es zum Glück mal nichts. Dann sagt man uns, dass wir den Toyota heute noch am Hafen abholen können. Mit dem Taxi dorthin gedüst und vor Ort durchgefragt. Gut dass Karin dabei ist. Obwohl wir sie erst einen Tag kennen, hilft sie uns mit all ihrer Kraft. Bis wir an der richtigen Stelle sind, ist es zu spät. Wir sollen morgen wieder kommen. Außerdem enthält das Bill of Lading (Verladepapier) einen Fehler, sagt man uns. Wir hätten eine Lieferung Haus zu Haus gebucht und müssen den Toyota mitsamt Container mitnehmen. "Was für ein Quatsch" sage ich, "warum habe ich denn in Deutschland den Toyota extra nach Hamburg gefahren." Insgesamt fallen noch mal ca. 320 US$ Hafengebühr an, sagt man uns. 50 - 80 US$ davon wären für das Umschreiben des Verladepapiers. Gabi und ich haben heute unseren 14. Jahrestag. Wir feiern mit Karin und Norberto im gleichen Restaurant wie tags zuvor, diesmal mit Wein, die Flasche für 3 .

Donnerstag, 19.08.2004

Im Taxi fahren wir zum Hafen. Stellen uns in die Schlange an der Kasse und bekommen endlich mal eine positive Nachricht. Nur 240 US$ werden fällig. Dann führt man uns zum Container. Er steht in einer Reihe von anderen Containern im strömenden Regen. Ein Zollbeamter muss beim Öffnen dabei sein. Der lässt aber auf sich warten. Dann öffnet man ihn doch für uns. Es ist unser Toyota und alles scheint noch drinnen zu sein. Komischer weiße ist das Fenster der Fahrerseite zu. Wie ich mich aber entsinnen kann, war es beim Verzurren offen gewesen, damit der Typ der ihn in den Container fuhr überhaupt wieder aus dem Toyota kam. Egal, der Zolltyp taucht auf und ich soll den Toyota aus dem Container fahren. Irgendwie weiß ich gar nicht wie ich ins Auto kommen soll. Die Fahrertür ist zwar offen, da komm ich aber von der Seite aus nicht rein. Vom Dach aus schaffe ich es. Dann der große Moment. Ich atme tief durch und dreh den Zündschlüssel um. Nichts passiert, auch beim zweiten und dritten Mal nicht. Kein Lichtchen brennt, nicht mal die Zentralverriegelung funktioniert. Auch unsere Starterbatterie zeigt keine Wirkung. Man schiebt uns aus dem Container, was für eine Start mit fremder Hilfe Schmach. Ein Stapler versucht uns fremd zu starten, ohne Erfolg. Dann nimmt er den Toyota ins Schlepp. Nichts tut sich. Eine Welt bricht für mich zusammen. Das Scheißwetter macht meine Laune nicht besser. Ein Mechaniker wird geholt. Er entlüftet die Dieselleitung. Ich frag mich warum. Nun wird ein Riesenstapler geholt. Mit 24 Volt wird nun überbrückt. Er läuft, Gott sei Dank, aber nur ein paar Sekunden. TOYOTA, EIN MYTHOS ZERPLATZT WIE EINE SEIFENBLASE. Der Stapler ist wieder weg. Der Toyota steht hilflos im strömenden Regen und ich wie ein begossener Pudel daneben. Man vermutet, es wäre keine Diesel mehr im Tank, also füll ich den 5 l Kanister rein. Gegen 18 Uhr taucht ein weiterer dieser Riesenstapler auf. Ich entlüfte noch mal und dreh die Dieselpumpe wieder rein. Hat der komische Mechaniker das vorhin vergessen, frage ich mich. Egal, wir überbrücken ein weiteres Mal mit diesem Staplerungetüm und siehe da der Toyota läuft. Ruhig und gleichmäßig schnurrt der Motor, das altbekannte, mir vertraute Röhren. WIE PHÖNIX AUS DER ASCHE ERWACHT ER ZU NEUEM LEBEN. Wir fahren raus aus dem Hafen 20 km quer durch Buenos Aires auf einer 8-spurigen Strasse (in eine Richtung wohl gemerkt). Wir stellen den Toyota auf einen bewachten Parkplatz und gehen wieder feiern in unserer Stammkneipe. TOYOTA, NICHTS IST UNMÖGLICH.
Was war passiert?
Der Hafenarbeiter in Hamburg hat wohl das Fenster auf der Fahrerseite noch mit dem elektrischen Fensterheber geschlossen. Dann kam er mit dem Arm nicht mehr an den Zündschlüssel um ihn auf aus zu stellen. Somit brannten alle Lichtchen im Armaturenbrett und auch die Uhr. Das dürfte über fast 5 Wochen gereicht haben, die beiden neuen Batterien restlos zu lehren. Der Mechaniker hat dann die Dieselleitung entlüftet und die Pumpe nicht wieder geschlossen, deshalb hat der Motor beim ersten Starten keinen Diesel bekommen und ist nach kurzer Zeit wieder ausgegangen. Das ist meine Meinung als Leihe. Vielleicht kann mir jemand mailen, was wirklich mit dem Wagen los war.

Freitag, 20.08.2004

Heute hole ich daheim Versäumtes nach, damit all die, die mit uns fiebern, endlich mal was zu lesen haben. Gabi fährt den Toyota zum Haus. Wir stellen ihn in den Vorgarten und schlafen beide diese Nacht im Auto. Gabi das erste mal seit dem Innenausbau.

Samstag, 21.08.2004

Wenigstens hat dieser verdammte Dauerregen aufgehört. Wir verstauen unsere Sachen neu, spannen die Sandbleche auf die Reserveräder und lassen es uns den Rest des Tages gut gehen. Morgen sind wir zum Asado-Essen eingeladen bei Norbertos Eltern. Von dort wollen wir dann endlich aufbrechen ins große Abenteuer.