Neuseeland Teil 2

Montag, 7. März 2005 (336 km/5.226 km) (325 m H.)
(NL18: S 4502,857 O 16837,416 nach Queenstown/Neuseeland-Südinsel)

Sonnenstrahlen wecken uns, der Himmel ist blau. Das hatten wir nicht erwartet. Ein Kea-Paar (Bergpapageien) zerlegt fachmännisch die Dichtungsgummis auf einem Wohnmobildach. Durch diese spaßige Einlage kommen wir fast zu spät zum Schiff. Unsere Tour jedoch ist storniert, somit haben wir ein Stündchen Zeit.
MilfordSound Dann fährt der Katamaran langsam aus dem Hafen, links die steilen Felswände des Fjordes entlang. Wir haben Glück, der Himmel ist auch hier überwiegend blau. Das Meerwasser dagegen braun und voller Holz vom gestrigen Regen. Die zahlreichen Fälle führen extrem viel Wasser. Obwohl der Fjord wirklich schön ist, stehlen ihm eine Schule von Delfinen die Show. Die bis 4,50 m langen Tiere begleiten uns die ganze Rückfahrt und springen voller Lebensfreude neben uns aus dem Wasser. Wir haben eine zweite Whale Watch Tour.
Wieder an Land laufen wir einen kleinen Trail, dann fahren wir zurück nach Te Anau. Etliche Fotostopps lassen uns nicht vorankommen. In der Dunkelheit erreichen wir Queenstown und wollen im Pizzahut essen. Zufällig direkt davor, der einzige freie Parkplatz der Stadt. Kaum hab ich mich reingequält, fahren beide Autos gleichzeitig weg. Unverschämtheit und der Pizzahut schließt uns die Tür vor der Nase zu. Nach einem kurzen Internetbesuch halten wir außerhalb der Stadt am Ufer des Lake Wakatipu und hoffen auf einen schönen Sonnenaufgang.

Dienstag, 8. März 2005 (363 km/5.589 km/5 km/186 km) (107 m H.)
(NL19: S 4326,840 O 6958,144 Lake Matheson/Neuseeland-Südinsel)

Regen die ganze Nacht und auch am Morgen. Ironie des Schicksals, neben uns ein Schild mit der Aufschrift "Sunshine Bay". Wir verbringen den Vormittag im Einkaufszentrum der Stadt. Nachmittags beobachten wir Bekloppte, die sich für 84 an einem Bungyseil von einer Brücke stürzen. Im Preis ist ein T-Shirt inbegriffen. Wir fahren über Wanaka und Haast zum Fox Glacier. Kurz davor halten wir am Ship Creek Walk und werden von Sandfliegen attackiert. Der Pfad zum Gletscher ist Aufgrund des Regens gesperrt. Im gleichnamigen Ort informieren wir uns und schlagen unser Nachtlager am Lake Matheson auf.

Mittwoch, 9. März 2005 (234 km/5.823 km/22 km/208 km) (38 m H.)
(NL20: S 4358,172 O 16911,436 nach Haast/Neuseeland-Südinsel)

Franz Josef Glacier Auch heute Dauerregen. In einer Regenpause umrunden wir den Spiegelsee. Die Berge bleiben verborgen, es regnet wieder. Der Weg durch den Regenwald ist trotzdem schön. Dann fahren wir nach Franz Josef Glacier und hoffen dort auf besseres Wetter. Beim Marsch zum Gletscher ist es kurz regenfrei. Kaum sind wir vor der Eiswand, wieder Regen. Gabi will auf den Gletscher. Bei dem Wetter streike ich jedoch. Wir holen unser Essen im Supermarkt, ein Restaurant kann sich unsereins hier nicht leisten.
Zurück am Fox Glacier warten wir am Aussichtspunkt auf besseres Wetter und siehe da, der Himmel reist auf. Wir rasen zum Gletscher und stürmen hoch. Geführte Gruppen staksen auf dem Eis herum. Jetzt erwacht der Luis Tränker in mir. An der linken Flanke klettern wir den Berg hoch. Eine Oldie-Gruppe mit Laufstöcken kommt entgegen. Wir gehen dort weiter, wo die herkamen. Nach 30 Minuten ist an einem Wasserfall Schluss. Wir drehen um und finden uns in einer Steilwand wieder. Von da sind wir doch nicht hergekommen. Erleichtert atmen wir auf, als wir den richtigen Weg nach unten finden. Der Einstieg auf den Gletscher ist im abgesperrten Bereich. Wir warten bis eine Gruppe außer Sicht ist und klettern hinüber. Gabi ist befriedigt. Wir stehen auf tausendjährigem Eis und haben nichts dafür bezahlt. Unten angekommen setzt Petrus noch eins drauf. Der Himmel wird blau. Ende gut alles gut. Wir tanken im Ort und fahren die Straße zurück nach Haast. Dort sind die Gehsteige um 21 Uhr hochgeklappt, also fahren wir weiter und halten irgendwo neben der Straße. Der Regen fängt wieder an.

Donnerstag, 10. März 2005 (368 km/6.191 km/26 km/234 km) (723 m H.)
(NL21: S 4341,875 O 17009,798 Aoraki/Mt. Cook Nationalpark/Neuseeland-Südinsel)

Was ist los mit dem Wetter? Regen, Regen, Regen! Strasse, Parkplatz, alles steht unter Wasser. Wir stoppen an einem Wasserfall. Ein kurzer Walk durch den Dschungel, auch hier Land unter. Durch einen Wadi laufen wir zum Wasserfall. Auf dem Rückweg steigt das Wasser im Flussbett mit rasendem Tempo. Ein Phänomen, das wir zum ersten Mal live erleben, nichts wie raus hier. Klatschnass sitzen wir im Auto. Wasser ohne Ende stürzt von den Hängen auf die Straße. Wir verzichten auf die anderen Wasserfälle und die Blue Pools.
In Wanaka angekommen weiter Regen. Wir finden einen Chinesen, bei dem das Essen mal schmeckt. In Omarama plötzlich Sonnenschein. Einkauf, tanken, Internet und Toilette, das war es mit dem tollen Wetter. Gabi öffnet an den Clay Cliffs ein Tor, während ich in Gedanken verloren ihre Foto trockne. Ein Pfiff, ein Schrei, ich bin zurück in der Realität und Gabi steht draußen im Regen.
Die Seen sind schleierhaft, die Berge gar nicht zu erkennen. Im Glentanner Infocenter fragen wir nach Helikopterflügen zum Mt. Cook. Dann übernachten wir mit 2 Australiern in einer Wetterschutzhütte im Tasman-Valley. Es ist sternenklarer Himmel.

Freitag, 11. März 2005 (344 km/6.535 km/7 km/241 km)
(NL22 wie NL14 Christchurch/Neuseeland-Südinsel)

Bitterkalt war die Nacht, die Scheiben sind gefroren, als wir aus unseren Schlafsäcken kriechen. Die Australier sind auch schon wach. Wir steigen zu den grünen "Blue Pools" hoch und erleben den Sonnenaufgang. Dann rasen wir zum Glentanner Park, buchen einen Heliflug und sind 15 Minuten später in der Luft. Das ist Timing. Atemberaubend ist der Flug mit dem AS 350 über die tatsächlich freien Berggipfel der Südalpen. Wir landen auf einem Schneefeld in 2.238 m Höhe. Dann fliegen wir um den 3.754 m hohen Aoraki/Mt. Cook. Wieder zurück müssen wir dieses Erlebnis erst mal verdauen. Wir bleiben 2 Stunden im Glentanner Restaurant, wo man unseren Flug nach Seoul bestätigt. Ein kurzer Stopp am Tekapo Lake, dann fahren wir direkt nach Christchurch. Dort kommen wir um 18.30 Uhr bei Angelika und Arno an. Wir räumen gleich das Auto aus und erledigen diverse andere Sachen. Gegen 12 Uhr sind wir auf unserer Couch.

Samstag, 12. März 2005 (96 km/6.631 km)
(NL23 wie NL14 Christchurch/Neuseeland-Südinsel)

Ausschlafen ist angesagt, dann ein gemütliches Frühstück. Heute Abend ist ein Open Air in Christchurch. Wir besorgen die Getränke fürs Picknick, dann klären wir beim Maui die Rückgabe des Autos. Kurz ein Orientierungs-Stopp am Flughafen, dann fahren wir einen Rundkurs mit einigen Sehenswürdigkeiten. Gegen 17 Uhr sind wir zurück in der Stadt. Angelika hatte uns von Parkhäusern erzählt, in denen man eine Stunde ohne Gebühr stehen darf. Wir nutzen diese Gelegenheit und machen einen Stadtbummel.
Anschließend stillt Gabi ihren Kaufrausch in einem Souvenirshop und handelt einigen Rabatt heraus. 18.35 Uhr sind wir am Parkhaus und es hat geschlossen. "We close at 6.15 pm", steht auf einem Schild. Ziemlich bescheuert schauen wir drein. Ein Kiwi hilft uns und verständigt die Security. Diese funkt jemanden an, der 20 Minuten später auftaucht. Unser Schicksal teilen 3 junge Kerle. 20 NZ$ kostet das Aufschließen, erzählt der nächste Sicherheitsmann und gibt uns eine Telefonnummer. Weitere 20 Minuten später fahren wir aus dem Parkhaus. Ob Angelika und Arno auf uns warten?
Christchurch Open Air Um 19.15 Uhr sind wir in der Fisher Ave, doch die beiden sind weg. Ein Zettel hängt an der Tür. Angelika steht plötzlich hinter uns. Sie hatten unser Auto erkannt. Unsere Ausrede: "Wir haben 2 Stunden kostenlos im Parkhaus für 20 NZ$ geparkt." Blamiert, aber entschuldigt fahren wir zum Konzert. Es hat also auch hier wieder in letzter Sekunde hingehauen. Wir genießen die Atmosphäre, trinken Wein und Essen diverse Leckereien. Das Christchurch Sinfonie-Orchester schmettert klassische Musik in den nächtlichen Parkhimmel. Höhepunkt dann Kanonenschüsse und ein Feuerwerk der Extraklasse. Ein versöhnlicher Ausklang unserer Neuseelandtour. Wir warten bis sich der Stau aufgelöst hat und spielen derzeit mit den Kindern. Leicht angesäuselt fahren wir zurück. Angelika und ich unterhalten uns bis 2.30 Uhr, mir bleibt eine Stunde Schlaf.

Sonntag, 13. März 2005 (16 km/6.647 km) (10.472 Flug-km)
(NL24: 3726,936 12627,156 Incheon Internationaler Airport/Südkorea)

3.30 Uhr heißt es aufstehen und Abschied nehmen. Arno und die Kinder schlafen. Um 4.30 Uhr lade ich Gabi mit dem Gepäck am Flughafen ab. Dann bringe ich den Mietwagen zu Maui und laufe zurück zum Flughafen. Wir checken gleich bis Seoul durch, erhalten für Sydney jedoch keine Bordkarten. Nach 2 Stunden landen wir. In der Abflughalle arbeiten wir am Laptop.
Eine böse Überraschung beim Boarding, wir Idioten haben nicht eingecheckt und deshalb ist unser Gepäck nicht mit im Flieger. Dann Aufatmen, es scheint doch noch zu klappen. Nach 10 Stunden Flug die Ernüchterung. Unser Gepäck kommt doch erst morgen um 7 Uhr. Gabi tobt, was uns 100 US$ Entschädigung bringt. Wir bestellen das Auto für morgen, lassen den Rückflug bestätigen, holen uns Infomaterial und schreiben im KFC am Neuseelandreisebericht 1. In diesem supermodernen Flughafen werden wir die Nacht schon überstehen. Wie Penner liegen wir auf einer Bank, Gabi unter ihrer Jacke, ich so.

Montag, 14. März 2005 (440 km/440 km) (13 m H.)
(NL25: N 3735,666 O 12905,135 Mangsang vor Donghae/Südkorea)

Wir haben die Nacht ohne Schlafsack überlebt. Kreuzlahm machen wir uns um 7.30 Uhr zum Zoll. Unser Gepäck ist da, wird aber erst untersucht. Dann bekommen wir 100.000 Won Entschädigung. Von Avis bekommen wir auch 37 US$ Nachlass, dann fahren wir los. Der Wagen ist größer und billiger. Links gesteuert und mit Automatik habe ich erneut Probleme. Etliche Male läuft der Scheibenwischer, obwohl es nicht regnet.
Vorsichtig tasten wir uns in die völlig neue Welt. Eine 8-spurige Autobahn führt nach Seoul und kostet gleich richtig Geld. Dann Stau im Autobahnchaos zwischen den Millionenstädten. Über 1 Stunde kommen wir kaum voran, dann läuft es gut. Durch etliche Tunnel fahren wir über Wonju nach Hongcheon. Dort verlassen wir die mautpflichtige Autobahn.
Waren die Maorinamen schon Zungenbrecher, so können wir die hier kaum aussprechen. Auch die Landstraße ist in gutem Zustand, doch überall liegt Schnee. Ein Holzskulpturenpark lässt uns stoppen. Der Künstler muss wohl sexuelle Probleme haben, meint Gabi. Wir stoppen an einem Postamt. Ein Kampf, bis der Beamte begreift, dass wir Briefmarken wollen. Ein nächster Stopp an einem Restaurant. Lecker und billig essen wir, keine Ahnung was! Tanken klappt mit der Mastercard, dann fahren wir in den Seoraksan-Nationalpark. Hohe verschneite Berge und gefrorene Wasserfälle. Eiskalter Wind bläst, als wir einen kleinen Berg besteigen. Dann erreichen wir die Küste mit einem verschneiten Sandstrand.
Nächstes Ziel, der Odaesan NP, doch hier ist die Straße gesperrt. Wir fahren durch die Großstadt Gangneung und gehen in ein Restaurant. Die Schuhe bleiben draußen, gegessen wird auf dem Boden sitzend von 30 cm hohen Tischen. Gegrilltes Fleisch in Salatblätter eingewickelt mit diversen Saucen und Gemüse. Schmeckt fantastisch. Dann noch einen Pfannkuchen mit Lauch und Tintenfisch, dazu Wasser. Wir sind pappsatt. Wir fragen nach dem Weg zur Hwanseongol-Höhle und fahren um 21.30 Uhr weiter. Die seltsamen Schlafzeiten der letzten Tage setzen uns zu. Wir stoppen an einem Parkplatz zwischen Bahnstrecke und Hauptstraße.

Dienstag, 15. März 2005 (247 km/687 km/2 km/2 km) (201 m H.)
(NL26: N 3627,743 O 12856,421 Giran bei Andong/Südkorea)

Hwanseongol Hoehle Um 8.30 Uhr fahren wir zur Höhle. Diese finden wir schnell; doch der Fußweg nach oben gleicht einem Kreuzweg, ca. 1000 Stufen. Unterirdische Seen, Wasserfällen, Stalagmiten und Stalaktiten entlohnen, einfach fantastisch. 2 Stunden halten wir uns hier auf.
In einem Supermarkt kann man lebende Riesenkrabben und anderes Seegetier kaufen. Nach Taebaek fahren wir einen Pass hoch und schlafen eine Weile. Andong erreichen wir recht spät. Für den Staudamm und die 7-stöckige Pagode reicht die Zeit. Dann finden wir ein Internet. Elena Erat hat uns zur Schuleinweihung in Bah/Indien eingeladen.
Auf der 35 fahren wir nach Süden aus der Stadt. In Giran stoppen wir an einem Buffet-Restaurant Viele exotische Sachen liegen auf meinem Teller, wie z. B. kleine Zierfische, unzerkaubare Sprossen und Dinge, die ich nicht mal beschreiben kann. Wir laden den Laptop und fahren weiter. In der Nähe soll ein alter Ginkgo-Baum stehen, den wollen wir noch finden. Dabei landen wir auf einer Erdstrasse, setzen mehrmals auf und drehen um. Im zweiten Anlauf finden wir uns an gleicher Stelle und schlafen neben der Straße.

Mittwoch, 16. März 2005 (179 km/866 km/6 km/8 km) (18 m H.)
(NL27: N 3544,492 O 12928,996 südlich Gampo/Südkorea) )

Tumuli Park Wir waren richtig und sind nach 3 km am besagten Baum. Nach dem Frühstück fahren wir über Yeongcheon nach Gyeongju. Dort besichtigen wir zuerst das Grab von "General Kim Yu-sin; den Tumulipark, eine Ansammlung von 23 Hügelgräbern; das Cheomseongdae-Observatorium, das älteste der Welt und das Soekbingo Ice House, welches gerade mit PC und Kamera gescannt wird.
Uns verschlägt es zum Essen in ein kleines Restaurant. Ein Mann spendiert uns eine Cola, serviert sie gleich und küsst mir fast die Füße. Je älter man sein gegenüber hält, umso tiefer verneigt man sich vor ihm, eine wichtige koreanische Verhaltensregel. Demnach wäre ich ja schon tot. Wir essen eine Schüssel Nudelsuppe und verziehen uns. Der Seochulji Palast ist nächstes Ziel, sogar mit kostenloser Führung. All diese Sehenswürdigkeiten wurden zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Den Poseokjeong Pavillon finden wir nicht, so fahren wir um 16 Uhr zum Bulguksa Tempel, wo das zwischenzeitlich schlechtere Wetter wieder aufklart. 90 Minuten laufen wir herum. Um 17.20 machen wir uns auf den Weg zur Seokgulam Grotte. Kurz vor 18 Uhr erreichen wir den Höhlentempel, dürfen aber nur von draußen fotografieren.
In der örtlichen Toilette laden wir den Laptop und fahren im Dunkeln zur Küste. Pavarotti trällert die italienische Version von: "Schau hie, da liegt äh toter Fisch im Wasser, den mach mer hie!" Später setzen sie noch eins drauf. Trio mit "Da, da, da" Die 3-Geschichten-Stein-Pagoden lassen uns stoppen. Letztes Ziel ist die Küste mit dem Unterseegrab von König Munmu. Dort schlafen wir auch.

Donnerstag, 17. März 2005 (358 km/1.225 km) (52 m H.)
(NL28: N 3454,572 O 12808,922 Sangjagam/Südkorea)

Neuseelands Regen hat uns auch hier erreicht. Die Klippen in denen das Grab liegt, sind trotzdem zu sehen. Nach ein paar Fotos verlassen wir die Küste. In Gyeongju kauft Gabi die koreanische Version von franz. Bouquet. Mit Schinken, Käse und Ketchup belegt schmeckt das komisch mit der vorher eingebackenen Marmelade.
Hae In Sa Kloster Über Yeongcheon fahren wir nach Daegu. Ein Moloch von Stadt, den sonst kein Mensch kennt, verschlingt uns förmlich. 2 Stunden brauchen wir, dann sind wir auf der richtigen Straße zum Haeinsa-Kloster. Dort kommen wir um 14 Uhr an und müssen kräftig bergauf klettern. Das Kloster beherbergt über 80.000 hölzerne Druckstöcke buddhistischer Schriften. Diese wollen wir natürlich auch fotografieren. Getrennt schleichen wir um die beiden Gebäude, während uns der Tempel-Spion verfolgt. Wir haben unsere Fotos, der Eintritt ist schließlich nicht billig.
Dann fahren wir auf den Expressway um Zeit zu sparen. Dieser wird ab Hamyang zweispurig und so erreichen wir Jinju um 17.30 Uhr. Allerdings machen wir wieder einen Fehler und fahren vor der Stadt auf die Straße 3. Dort gleich ein Schild, 3 nach Sancheong. Also richtig denken wir, obwohl im Reiseführer Sacheon steht. Falsch, viele Orte haben fast gleiche Namen. Sancheong z. B. liegt da, wo wir gerade hergekommen waren. Sacheon südlich von Jinju.
Das Dinosauriermuseum ist unser gestecktes Tagesziel. An einem Restaurant halten wir und können auf der Speisekarte nur die Preise lesen. Eine Nudelsuppe mit Eiswürfeln ist das Ergebnis, eine von den Koreanern im Hochsommer bevorzugte Speise. Draußen sind 1,5 C. Ich schnappe mir 5 Sitzkissen und hocke mich ins Eck, sämtliche Gelenke schmerzen. Eine Flasche Landeswein rundet dieses Abendessen mit Yogaübungen ab. Ein alter Koreaner schmatzt, schlürft und stöhnt, es scheint ihm zu schmecken. Am Parkplatz des Dinomuseums in Sangjagam finden wir unser Nachtquartier. Ich erzähle die abenteuerlichsten Geschichten aus meiner Jugend und was macht Gabi? Sie schnarcht.

Freitag, 18. März 2005 (481 km/1.706 km/2 km/10 km) (72 m H.)
(NL29: N 3602,892 O 12706,247 Autobahnrastplatz Jeonju/Südkorea)

Um 8 Uhr marschieren wir zum Museum, wollen auch die koreanische Version der Dinos sehen. Es öffnet um 9 Uhr, so nutzen wir die Zeit, um die Dinofußspuren am Strand zu suchen. Nichts ist zu erkennen, trotz Ebbe. Enttäuscht suchen wir weiter und werden doch noch fündig. Das Museum ist nagelneu, aber unser Bargeld reicht für den Eintritt nicht mehr. Ein Angestellter schenkt uns 1.000 Won, damit es reicht. Dann tauscht er uns sogar 50 um, damit haben wir uns die Bank gespart. Eine tolle 3-D-Show gibt's zu sehen, dann verschwinden wir beide auf Toilette.
Wieder zurück erzählt Gabi, dass man im unteren Stock mit den Dinos um die Wette laufen kann. 10 m Laufstrecke, ein Startknopf, los geht's. Ich bin schnell, oh Gott die Wand, 2 Schautafeln, ein Dinobein! Rums, am Boden liegend sehe ich die Einrichtung über mir zusammenbrechen. Nein, sie hält. Gabi steht über mir und sagt: "Du hast sie doch nicht mehr alle?" "Ich konnte nicht mehr bremsen, habe aber bestimmt den Museumsrekord aufgestellt!" antworte ich. Gabi darauf: "Ich war schneller!" Zum Glück hat meinen Stunt kein anderer gesehen, die hätten mich glatt eingeliefert. Das Museum war toll, wir bekommen ein paar Andenken und fahren dann nach Danghangpo. Dort besichtigen wir das Schildkrötenschiff, mit dem die Koreaner im 15 Jh. die Japaner in einer Seeschlacht besiegt haben. Schildkrötenschiff Gabi klettert auf ein Gerüst im Schiffrumpf und meint: "Hoffentlich hält mich das aus!" Ich schließe im selben Moment die laut knarrende Holztür! Von oben ein Aufschrei, denn Gabi dachte, das wären die Blanken auf denen sie rum kriecht. Weiter geht's mit unserer Tour. Die Dolmen von Hwasun sind letztes Tagesziel. Wir fahren auch dorthin Autobahn und kommen gegen 17 Uhr am Hinweisschild an. Obwohl schon da suchen wir eine halbe Stunde, bis wir das Weltkulturerbe finden. Gewaltige Steinplatten, die man auf kurze Füße gewuchtet hat, sind zu sehen. Dolmen jedoch, wie man sie von Europa her kennt, haben wir nicht gefunden. Zurück zur Autobahn, voll tanken, was essen und fahren bis 22.30 Uhr füllen diesen langen Tag. 0 C zeigt das Thermometer. Wir schlafen an einer Autobahnraststätte zwischen 2 LKWs.

Samstag, 19. März 2005 (266 km/1.972 km) (33 m H.)
(NL30: N 3733,245 O 12636,405 Tankstelle vor Incheon Airport/Südkorea)

I-2C, wir brechen zeitig auf um die Independence Hall zu besichtigen. Dort angekommen ist noch geschlossen. Die Anlage ist sehenswert und unterstreicht den koreanischen Nationalstolz. Am Eingang essen wir eine Terrine und ich stelle lautstark meine gelernten koreanischen Tischmanieren zur Show. Schmatzen, schlürfen, schniefen und rülpsen, kein Koreaner beachtet mich. Gabi meint: "Hör endlich auf damit, mir wird schlecht!"
Nun steht die Hauptstadt auf dem Programm. Gegen 13 Uhr erreichen wir den Stadtrand und stecken gleich im Stau. Seoul ist eine gewaltige hochmoderne Stadt. Wir kämpfen uns zum Changdeokgung Tempel durch, dort soll um 15 Uhr eine Wachablösung sein. Pech gehabt, das war letztes Jahr. Im Deoksogung Tempel könnte man sie sehen, dafür ist es jetzt aber zu spät. Am Geongbokgung Tempel haben wir Glück. Wie in London, nur in anderen Uniformen stehen sie da die Jungs und dürfen kein Gesicht verziehen. Im New Soul Hotel tauscht man uns Euros zu einem falschen Kurs um. 13.000 Won geschenkt.
Sky Tower Seoul Wir laufen durch die Stadt zum Sky Tower, der auf einem Hügel steht. Völlig erschöpft kommen wir oben an und dinieren im Drehrestaurant des Sky Towers mit Rundblick über die Stadt und die hereinbrechende Dunkelheit. Eine unglaubliche Atmosphäre umgibt uns zum Ausklang von Etappe 2. Der Weg zum Auto und vor allen Dingen aus der Stadt zum Flughafen braucht fast 2 Stunden. 2 Mal haben wir uns verfahren, zum Glück ist Seoul um 21 Uhr nicht Lyon um 4 Uhr. Um 23 Uhr finden wir eine Tankstelle mit Parkplatz und Toilette. Im WC schreibe ich Tagebuch und kann gleichzeitig den Laptop laden. Die letzte Nacht im Kleinwagen steht bevor.

Sonntag, 20. März 2005 (21 km/1.993 km) (8.641 Flug-km) (139 m H.)
(NL31: N 5001,478 O 841,722 Dreieich/Deutschland)

Um 7.30 Uhr kriechen wir aus dem Auto und fangen zu packen an. Streit entsteht, da Gabi behauptet, sie hätte mir den Kofferschlüssel gegeben. Diesen findet sie dann im Abfalleimer an der Tankstelle. Am Flughafen klappt es diesmal besser. Die Asiana (koreanische Fluggesellschaft) ist oberste Spitze in Sachen Service. 3 Essen und Getränke so viel man will, dazu etliche andere Extras, dazu noch der billigste Anbieter auf dieser Etappe. Nach der Landung werden wir gleich 2 Mal von den Zöllnern auf Schmuggelware durchsucht. Gabi meint, das liegt daran weil du so ungepflegt aussiehst. Peter Krämer ist schon auf dem Weg, doch die angekündigte Begrüßungsparty für uns war schon gestern. Trotzdem nett von den Leuten! Es gibt Kaffee und Kuchen bei Peters Eltern, obwohl in uns gar nicht reinpasst. Um 12 Uhr hauen wir uns in die Falle.

Montag, 21. März 2005

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir über Schweinfurt (Filme abgeben und abholen), Holzhausen (Motoröl kaufen), Euerdorf (Gabis Kamera abholen) und Bad Kissingen (Rudi Wurzelbehandlung Backenzahn) nach Hause. Somit ist Etappe 2 ebenfalls Geschichte.

Neuseeland hat uns, obwohl es zweifellos ein schönes Land ist, in vieler Hinsicht enttäuscht. Massentourismus in allen Ecken der Inseln, völlig überteuerte Preise und die schlechteste Küche der Welt (amerikanisches Fast Food konkurriert mit englischer Nichtkochkunst) sprechen Bände.

Südkorea jedoch hat uns dagegen versöhnlich gestimmt. Eine freundliche interessante uns fremde Welt hat uns in Staunen versetzt. Hochmoderne Megastädte, uralte Tempelanlagen, noch ältere Zeugnisse menschlicher Besiedelung, eine grandiose Natur und uns völlig fremde Sitten und Kochkünste ließen keine Langeweile aufkommen. Südkorea werden wir garantiert wieder besuchen.


Etappe 3 beginnt Anfang April