Neuseeland Teil 1

Freitag, 18. Februar 2005 (8.556 Flug-km) (NL1: Flug Frankfurt - Seoul)

13.30 Uhr, es ist soweit. Etappe 2 beginnt mit der Abfahrt in Kleinbrach über Fulda nach Dreieich zum Haus von Peter Krämer. Vorher trinken wir Kaffee und erreichen deswegen den Flughafen zeitlich sehr knapp. Nach dem Check in ist nur noch eine Stunde Zeit. Gabi kauft Nasenspray. Ich warte ewig. Sie taucht nicht mehr auf. In 30 Minuten geht der Flug. Will sie mich verarschen. Ich kämpfe mich zur Abflughalle durch. Dort angekommen, werde ich ausgerufen. War wieder eine unserer tollen Absprachen. Der Flieger hebt planmäßig um 18 Uhr ab. Was für ein Kontrast zum Flug mit Aerolineas Argentinas. Junge hübsche und vor allen Dingen freundliche Stewardessen verwöhnen uns. Alle Stunde gibt es Getränke. Fantastisch, was die Asiana bietet. Ich schlafe richtig gut in der B 747-400.

Samstag, 19. Februar 2005 (8.490 Flug-km) (NL2: Flug Seoul - Sydney)

Auch das Frühstück ist vom Feinsten. Gegen 12 Uhr Ortszeit erreichen wir Seoul. 8 Stunden gehen die Uhren vor. 8 Stunden Zwischenstopp im modernsten Flughafen, den ich je gesehen habe. Überall Toiletten, Trinkwasserhähne, Steckdosen, die jeder nutzen darf und kostenloses Internet. Die Zeit fliegt förmlich vorbei. Ich schreibe noch immer am letzten Südamerika-Reisebericht und werde auch hier nicht fertig. Um 20 Uhr fliegen wir mit einer B 777-200 über den Pazifik und Neuguinea nach Australien. Der zweite Spitzenklasseflug und eine weitere Nacht über den Wolken stehen uns bevor.

Sonntag, 20. Februar 2005 (2.160 Flug-km) (106 km/106 km) (63 m H.)
(NL3: S 36°39,565 O 174°39,985 nördlich Auckland/Neuseeland-Nordinsel)

Um 8.10 Uhr Ortszeit landen wir in Sydney. Weitere 2 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Um 9.30 Uhr heben wir mit einer B 767-200 zum Flug nach Auckland mit New Zealand Air ab. Auch hier stimmt alles. Um 14.30 Uhr Ortszeit Auckland, wieder 2 Stunden Unterschied, landen wir. Unser Gepäck kommt nicht aus der Gepäckausgabe. Wir Trottel stehen 30 Minuten am falschen Band. Lebensmittel und Campingartikel müssen deklariert werden, sonst droht Strafe. Unser Moskitodom wird desinfiziert.
Ein Bus bringt uns zur Maui-Mietwagenstation. Dort angekommen, verstehe ich das Mädchen am Schalter nicht, was spricht die für eine Sprache? Wir warten ewig bis sich was tut. Ein Missverständnis. Wir bekommen einen Toyota-Kleinwagen, welcher mit auf die Südinsel genommen werden muss. Somit haben wir ein Problem, nämlich die nicht gebuchte Fährpassage für das Auto.
Wir fahren nach Norden, wollen die Autobahn durch Auckland nehmen, finden uns jedoch auf der Straße 20, welche in die Stadt führt. Umdrehen ist schwierig, auch komm ich mit dem Linksverkehr nicht klar. Das hatte ich früher besser drauf. Wir kaufen Fisch und Chips für teueres Geld. Beides schmeckt nach altem Pommesfett. Dann finden wir den richtigen Weg nach Norden. Wir sind beide platt und stoppen für 15 Minuten an der Autobahn. Unser endgültiger Schlafplatz ist an einer Autobahnraststätte.

Montag, 21. Februar 2005 (344 km/450 km/2 km/2 km) (75 m H.)
(NL4: S 34°59,414 O 173°31,304 Coopers Beach/Neuseeland-Nordinsel)

Wir bleiben bis Mittag und können von hier die Fähre zur Südinsel buchen. Gabi versucht in Orewa vergeblich rauszubekommen, warum ihr Handy nicht funktioniert. Ich hab so meine Problemchen mit dem Wagen. Beim Blinken laufen die Scheibenwischer, beim Schalten öffnet sich die Fahrertür und beim Musiklauterdrehen verstellt sich der Sender. Dann heißt unser Ziel Bay of Islands. Da die Inseln größer sind als geglaubt, kommen wir dort erst um 16 Uhr dort an. Mit einer Fähre setzen wir nach Russell über, der ersten europäischen Siedlung in Neuseeland. Wir spazieren ein wenig herum und Gabi merkt, dass ich vom Flug dicke Knöchel habe.
Wieder zurück ist es zu spät um das Maori-Versammlungshaus in Waitangi zu besichtigen. Wir fahren nach Norden, wollen das Cape Reinga, den nördlichsten Punkt der Inseln noch erreichen. Ein Abstecher nach Matauri Bay, hier liegt das Wrack des Greenpeace Schiffes Rainbow Warrior, wird zum unnötigen Umweg. Man sieht es nur aus der U-Boot-Perspektive. Kaum zurück auf der Straße 10 sind wir beide so müde, dass wir an einem Rastplatz anfangs bei offenem Fenster schlafen. Vorher essen wir noch die restlichen alten Fett-Pommes. Leider gibt es auch hier Moskitos.

Dienstag, 22. Februar 2005 (585 km/1.035 km/47 km/49 km) (NL5: wie NL3)

Um 8.30 Uhr sind wir auf Achse und fahren ohne zu Essen durch bis zum Cape Reinga. Die letzten 20 km sind geschottert, aber in gutem Zustand. Am Cape angekommen, sind auch andere Touristen da. Für 2 ältere amerikanische Ehepaare schieße ich ein Gruppenbild. Eine der beiden Damen revanchiert sich mit Gabis Digitalkamera. Omi schaut jedoch von vorne durch den Sucher. Wir sagen ihr, dass sie die Kamera drehen soll! Jetzt hält sie den Foto hochkant. So was habe ich bisher nur bei Al Bundys Tochter Kelly gesehen. Das folgende Gelächter übertönt das Donnern, der hier aufeinander prallenden Ozeane. Wir fahren zurück und bekommen Benzinprobleme. Die erste Tankstelle hat nur Diesel, an der zweiten bekommen wir einen vollen Tank. Dann düsen wir auf der 1 zurück zur Bay of Islands. Bootsfahrt oder Maori-Freilichtmuseum. Für das Schiff ist es zu spät, deshalb besichtigen wir einen Wasserfall und die Maori-Versammlungshalle. Dann fahren wir zur Raststätte zurück, an der wir vor 2 Tagen geschlafen haben und übernachten ein weiteres Mal hier.

Mittwoch, 23. Februar 2005 (328 km/1.363 km/24 km/73 km) (124 m H.)
(NL6: S 37°22,437 O 175°51,869 Waihi/Neuseeland-Nordinsel)

Der Himmel ist zu, zeitweilig regnet es in Strömen. Wir trinken Kaffee in der Tankstelle und fahren um 10 Uhr durch das verregnete Auckland. Von dort geht es weiter auf die Coromandel-Halbinsel. Auf Schotterstraße überqueren wir das Gebirge und erreichen den Hot-Water-Beach. Dort gibt es heiße Quellen unter dem Sand. Wir buddeln uns, genau wie alle anderen, eine Wanne, um darin heiß baden zu können. Die Flut ist schon zu hoch. Es wird nur ein lauwarmes Bad. Ein amerikanisches Rentnerehepaar taucht auf, Opi mit Hut, Eimer und Schaufel bewaffnet. Wir überlassen ihm in unseren Pool. Voller Stolz präsentiert er sich mit vorgehaltener Schaufel zum Erinnerungsfoto.
In Hahei laufen wir zur Cathedral Cove, einem Felsentor am Strand. Fotomotive ohne Ende bietet dieser Küstenabschnitt. Es ist Abend, wir haben noch nichts gegessen. In Tairua stoppen wir erwartungsvoll an einem Restaurant. Teuer und schlecht! Die Briefkästen der Kiwis sind originell. Wir finden eine Mülltonne, ein Bierfass, eine Milchkanne, einen Klospülkasten und eine Mikrowelle. Wir stoppen an der Straße nach Süden und schlafen.

Donnerstag, 24. Februar 2005 (213 km/1.576 km/2 km/75 km) (377 m H.)
(NL7: S 38°20,059 O 176°23,178 Kerosene River/Neuseeland-Nordinsel)

Um 8Uhr auf Achse. Aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen kaufen wir heute im Supermarkt ein. Billig ist das auch nicht. Um 12 Uhr erreichen wir das Te Whakarewarewa Termalgebiet in Rotorua. 12 € Eintritt/Person. Wir kommen gerade noch rechtzeitig zu einer Tanz- und Gesangsaufführung der Maori. Dann können wir das Termalgebiet auf eigene Faust erkunden. Geysire, heiße Tümpel, Schwefellöcher und Schlammpools, alles brodelt und kocht. Maiskolben aus dem Geysir schmecken fantastisch.
Wir fahren zu anderen Attraktionen der Stadt. Unter 12 € gibt es gar nichts zu sehen, die können uns mal. Ein Maori-Dorf südlich der Stadt findet unsere Aufmerksamkeit. Hier kann man Speisen, im Erdboden gekocht, bestellen. Ich frage nach dem Preis (50 €/Person) und mein Hunger ist gestillt.
Wir finden den Kerosene Creek, einen 40°C heißen Fluss, die einzige Möglichkeit in der Region kostenlos heiß zu baden und vergnügen uns mit anderen Deutschen, Franzosen und Neuseeländern in einem Pool. Zum Übernachten bleiben wir gleich hier.

Freitag, 25. Februar 2005 (237 km/1.813 km/2 km/77 km) (61 m H.)
(NL8: S 38°15,618 O 175°06,277 Waitomo Cave/Neuseeland-Nordinsel)

Laute Musik weckt uns um 7 Uhr. Eine Klicke junger Leute geht baden. Um 8.30 Uhr sind wir am Eingang zum Waiotapu-Thermalgebiet. Wir laufen den ersten Rundweg zwischen heißen Quellen und Schlammpools. Um 10 Uhr müssen wir mit dem Auto zum Lady Knox Geysir fahren. Dieser wird jeden Tag um 10.15 Uhr mit Waschpulver zum Ausbruch gebracht. Gut 200 Leute verfolgen das Schauspiel. Wir lernen Andrea aus Wien und Ramon aus Karlsruhe kennen, (wenn ihr beide das lest, meldet euch bitte bei uns, wir haben eure Adresse leider verloren - siehe Email) unterhalten uns eine Weile am Geysir, dann im Waiotapu Thermalgebiet und schließlich im Wohnmobil der beiden. Leider trennen sich unsere Wege schon nach 3 Stunden. Unseren Laptop hatten wir zum Laden an der Wohnmobilbuchse.
Nach dem großen Schlammpool fahren wir für ein Foto nach Taupo. Dabei stoßen wir auf den Huka-Wasserfall, einer mächtigen Stromschnelle. Die Mondkrater ganz in der Nähe sind ebenfalls kostenlos. Dort entdecken wir auf einer Postkarte tolle Felsbilder der Maori, welche nur mit dem Schiff zu erreichen sind. Wir fahren Richtung Waitomo-Höhle und essen dabei in Te Kuiti das erste Mal halbwegs gut. Unser Laptop hat weder im Wohnmobil, noch im Restaurant geladen. Gabi hat heute ihren persönlichen Fotorekord aufgestellt, 3 Mal alle Karten voll. Dann fahren wir noch bis zur Glühwürmchen-Höhle und schlafen dort auf dem Parkplatz.

Samstag, 26. Februar 2005 (187 km/2.000 km) (721 m H.)
(NL9: S 38°46,007 O 176°13,072 südlich Taupo Straße 5/Neuseeland-Nordinsel)

Wir sind die ersten am Eingang, kommen aber erst mit Gruppe 2 in die Höhle. Ein 3-Jähriger Bub fragt: "Mama, wohnt hier der Maulwurf?". Einige Meter in der Höhle ein tiefer Schlund. Der Kleine fragt ein zweites Mal, ob hier der Maulwurf wohnt? Neben Tropfsteinen und einem Fluss birgt die Höhle eine unglaubliche Sensation, nämlich tausende von Glühwürmchen an der Decke. Hätte König Ludwig II von Bayern davon gewusst, würden die Wände seiner Grotte Maori Petroglyph im Garten von Schloss Linderhof auch unzählige blaue Lichter schmücken. Schweigend bestaunen wir das Naturschauspiel, während wir in völliger Stille den unterirdischen Fluss entlang fahren. Leider ist absolutes Fotoverbot.
Wir fahren schnell nach Otorohanga um dem Kiwihaus einen Besuch abzustatten. Die Kiwis sind die komischsten Vögel der Welt. Fußballgroße Federkugeln ohne Flügel, mit langem Schnabel und riesigen Füßen. Bis 380 g werden ihre Eier schwer und sind damit mehr als halb so groß wie ein Straußenei. Dann jagen wir nach Taupo zurück und buchen die Schifffahrt zu den Maori-Felsbildern. Bei strömendem Regen startet die Tour um 17 Uhr. Im KFC finden wir einen Platz mit Steckdose. Nach einem kleinen Spaziergang fahren wir auf der 5 nach Süden und schlafen neben der Straße.

Sonntag, 27. Februar 2005 (774 km/2.774 km/35 km/112 km) (2 m H.) (NL10: S 41°16,848 O 174°46,858 Wellington-Fährhafen/Neuseeland-Nordinsel)

Heute steht hauptsächlich fahren auf dem Programm, was uns bei ständigem Regen nicht schwer fällt. Napier und Hastings liegen auf dem Weg. In Wainukurau biegen wir ab. Wir wollen in Taumatawhakatangihangakoauauuo- tamateaturipukakapikimaungahoronu- kupokaiwhenuakitanatahu zu Mittag essen. Das ist keine Verarschung, dass Kaff heißt wirklich so und ist laut Guinness Buch der Rekorde der Ort mit dem längsten Namen der Welt. Das Ortsschild finden wir nach langem hin und her, jedoch keinen Ort und schon gar kein Restaurant.
Der Versuch nach Süden auf die Hauptstraße zu kommen scheitert. Man schickt uns nach Wainukurau zurück. Dort tanken wir und probieren voller Erwartung zum ersten Mal einen Chinesen. Wieder eine Pleite, nicht mal die Asiaten können hier richtig kochen. Dann fahren wir nach Süden, wollen noch zum südlichsten Punkt der Insel. Viel zu spät kommen wir dort an, fahren trotzdem noch hin und es hat sich gelohnt. Ein ganzer Fuhrpark Bulldozer stehen in Ngawi am Strand. Die Fischer ziehen ihre Boote damit aus dem Wasser. Ein rosafarbener heißt Babe, ein lilafarbiger Twinky Winky.
Ein Stück weiter eine Seelöwenkolonie direkt neben der Straße. Wir können bis auf 3 m an die Tiere heran und es kostet keinen Pfennig. Gabi fotografiert links, ich rechts. Ich dreh mich um, da kommt sie gerannt. "Einer der Bullen hat mich verfolgt", stottert sie mit weichen Knien. Das hält sie nicht ab sich erneut anzupirschen. Ein Hang voller Schotter und unten direkt ein Seelöwe. Noch ein Stück vor und noch ein Stück, schon geht's auf dem Hosenboden den Hang hinab, direkt auf den Seelöwen zu. Soviel Mut hatte der Koloss Gabi nicht zugetraut und ergreift die Flucht Richtung Wasser. Gabis Knie wackeln noch mehr, aber die Chance so nah an die Tiere zu kommen ist einmalig für uns. In ganz Südamerika war das nicht möglich.
Im Sonnenuntergang verlassen wir Cape Palliser und haben noch 120 km bis Wellington. Wolkenbrüche erschweren die Fahrt. Die Fähre ist jedoch gut ausgeschildert und so erreichen wir gegen 22.30 Uhr den Hafen. Wir tanken voll und schlafen direkt am Pier der "The Lynx".

Montag, 28. Februar 2005 (232 km/3.006 km) (12 m H.)
(NL11: S 42°23,812 O 173°40,866 Kaikoura/Neuseeland-Südinsel)

Um 6.30 Uhr fahren die ersten Autos in den Hafen. Gabi holt noch schnell Kaffee, dann fahren auch wir rein. Alles funktioniert reibungslos. Die Fähre "The Lynx" ist ein hochmoderner, perfekt konstruierter Katamaran. Pünktlich um 8 Uhr dampft sie los. Unser Toyota sticht heute ebenfalls von Buenos Aires aus in See, jedoch mit 16 Stunden Zeitverschiebung. 1 Stunde später fahren wir in die Marlborough-Sounds der Südinsel ein. Das Wetter ist beschissen.
Kurz nach 10 Uhr legen wir in Picton an. Hier gibt es in einer Bäckerei europäisches Brot. Dann fahren wir den Queen Charlotte Drive die Küste entlang nach Havelock. Jetzt reist die Wolkendecke zu unserer Freude auf. Über Blenheim erreichen wir Kaikoura und reservieren uns eine Walbeobachtungstour für morgen. Im Auto verzehren wir mit Genuss unseren in Picton gekauften Pumpernickel und trinken eine Flasche Wein. Ich bin so fertig, dass ich um 19 Uhr einschlafe.

Dienstag, 01. März 2005 (145 km/3.151 km) (304 m H.)
(NL12: S 42°34,353 O 172°47,424 Hanmer Springs/Neuseeland-Südinsel)

Ich habe 13 Stunden durchgeratzt. Bis 15 Uhr haben wir Zeit irgendetwas zu erledigen. Ich mach mich über den letzten Südamerika-Reisebericht im Cafe am Walbeobachtungszentrum, was Gabi nach 3 Stunden nervt. Dann esse ich den zweiten Crayfish, eine Art Hummer, in meinem Leben. Nachdem eine Hälfte verspeist ist, sagt die Köchin: "Man ist nur das weiße Fleisch, dass andere sind Innereien und Darminhalt." Mahlzeit! Hoffentlich sehe ich den Hummer bei der gemeldeten schweren See nicht wieder! Pottwal Um 14.30 Uhr sticht der Katamaran in See. Mit bis zu 32 kn jagt das Schiff, gesteuert von einer Frau, auf das Meer hinaus. Wir haben Glück und stoßen sofort auf einen Pottwal, der drittgrößten Tierart unseres Planeten. Ein Foto nach dem anderen wird geschossen. Der Film ist voll und in diesem Moment zeigt der Riese seine Schwanzflosse und taucht ab. Ich könnt mich in den A… beißen. Zudem bemerke ich, dass ich volle statt leere Filme eingepackt habe. Manchmal ist man wirklich dümmer als die Polizei erlaubt. Wir sehen aber noch 2 weitere Pottwale, phantastisch. Dann eine Schule Delphine, welche wie Torpedos neben dem Schiff her schwimmen, aus dem Wasser hüpfen und manchmal sogar übermütig Saldos machen. Seelöwen, springende Fische und allerlei Wasservögel machen das Programm perfekt. Wir sind hellauf begeistert. Das war jeden Cent der 150 € wert.
Wir verlassen den Ort und kommen um 21 Uhr in Hanmer Springs an. Dort wollen wir ins Internet und morgen in heißen Quellen baden. Beides können wir abhacken, um 19 Uhr ist alles geschlossen. Deshalb fahren wir aus der Stadt und schlafen in einem Seitenweg.

Mittwoch, 2. März 2005 (323 km/3.474 km) (10 m H.)
(NL13: S 42°16,471 O 171°18,075 Barrytown/Neuseeland-Südinsel)

In Maruia Springs gehen wir um 9 Uhr ins japanische Bad. Wen trifft man dort? Richtig, auch in Neuseeland Japaner. Unter den Duschen stehen kleine Schemel, darauf hockt man beim Waschen. Ein großes Becken und ein Whirlpool mit heißem Quellwasser gehören mit zum Badevergnügen. Ich beobachte die Japaner erst mal bei ihrer Zeremonie. Die Felsenpools im Freien wären genauso toll, wären da nicht diese verdammten Sandfliegen, die wir ja schon in Brasilien kennen gelernt haben. Sauber und erholt fahren wir um 12 Uhr weiter.
Die schwingende Brücke lässt uns stoppen, 6 € Eintritt um 50 m über einen Fluss zu laufen! Abzocke sonst nichts. Zu allem Überfluss löst sich die Sohle meiner linken Sandale und so stapfe ich galant wie ein Pelikan zurück zum Auto.
In Westport gehen wir ins Internet, können aber keine Bilder verschicken. 30 Minuten 1,80 €. Dann telefoniere ich mit Angelika Limmer, die mit ihrer Familie vor 6 Monaten von Deutschland nach Neuseeland ausgewandert ist. Wir hatten uns in Hachenburg kurz gesprochen und ein paar Emails ausgetauscht. 4,20 € kostet dieses kurze Gespräch. Neuseeland ist ein teures Pflaster.
Wir fahren die schöne Küstenstraße nach Süden, stoppen immer wieder für ein Foto und werden überall von diesen verdammten Sandfliegen attackiert. An den Panncake Rocks spazieren wir im Sonnenuntergang. Dann suchen wir uns einen Schlafplatz an der Küste.

Donnerstag, 03. März 2005 (341 km/3.815 km/3 km/115 km) (13 m H.)
(NL14: S 43°33,579 O 172°38,501 Christchurch/Neuseeland-Südinsel)

Nach stürmischer Nacht klart es doch auf. Ein kurzer Halt an einem besonders schönen Küstenstück, dann geht es rein in den Arthur´s Pass. Viele Stopps an der Straße folgen. Der Pass selbst ist mit 920 m ein Winzling im Vergleich mit den Andenpässen, aber sehr schön. Die kleine Kirche im Ort Arthur´s Pass birgt beim Betreten eine Überraschung, sagten uns Andrea und Ramon. Ich vermute einen Eimer Wasser auf den Kopf, deshalb schicke ich Gabi vor. Mit Wasser hat es tatsächlich was zu tun. Man sieht durch eine Glaswand hinter dem Altar den Wasserfall am Berghang. Toll!
An einem Fluss stoppen wir zum Mittagessen und streben dann Christchurch zu. Ein Stopp ist noch erwähnenswert, eine Höhle durch die ein Fluss fließt. Wir wollen durch diese Höhle laufen, finden aber zuerst den Ausgang. An einem Steilhang stolpern wir zum Eingang. Dort sehen wir ein, dass man so ausgerüstet, da nicht rein kann.
Um 18 Uhr stehen wir vor dem Wohnhaus von Angelika Limmer und Arno Jahn, genau richtig zum Abendessen. Wir unterhalten uns bis nach Mitternacht und schlafen dann ausgestreckt auf der Wohnzimmercouch.

Freitag, 4. März 2005 (311 km/4.126 km) (19 m H.)
(NL15: S 45°26,464 O 170°48,698 nach Moeraki/Neuseeland-Südinsel)

Um 9 Uhr gibt es Frühstück. Angelika backt uns ein Brot, Arno verschickt unseren Reisebericht und unsere Sachen sind auch gewaschen inklusive meiner Armbanduhr und Ramons Visitenkarte.
Um 15 Uhr brechen wir über Timaru nach Oamaru auf. Dort gibt es eine Pinguinkolonie, die man abends besichtigen kann. Fotoverbot und völlig überteuerter Preis lassen uns weiterfahren. Vor der Dämmerung erreichen wir die Moeraki-Boulders, große Felskugeln, die hier wie ein riesiges Bolaspiel am Strand liegen. Vom Meer umspült oder zerbrochen geben sie erstklassige Fotomotive.
Um 20.30 Uhr finden wir die Trotter-Schlucht rechts der Straße. Eine für unser Auto sehr breite Furt müssen wir 2 Mal passieren. Die Dunkelheit lässt uns umdrehen. Zwischen riesigen Bäumen finden wir unser Nachtlager an einer Steilküste am Meer. Seit der Wäsche ist etwas dicke Luft.

Samstag, 5. März 2005 (422 km/4.548 km/25 km/140 km) (22 m H.)
(NL16: S 46°19,801 O 168°17,749 Wallacetown/Neuseeland-Südinsel)

Der Morgen beginnt mit einem grandiosen Sonnenaufgang. Unten am Wasser entdeckt Gabi kleine Felsenkrater. In einem liegt eine Steinkugel. Deshalb will sie unbedingt nach unten, trotz 19 m hoher Steilküste. Da ich nicht will, hängt der Haussegen weiter schief.
Am Shag Point stoppen wir. Kormorane, Seelöwen zum Anfassen nahe und einen Pinguin bekommen wir vor die Linse. In Dunedin erklimmen wir die steilste Straße der Welt. Dann fahren wir sie auch mit dem Auto, erster Gang und Vollgas, sonst geht nichts. In Bulclutha ärgere ich mich über eine chinesische Köchin, die uns den Laptop nicht laden lässt. Wir gehen obwohl wir schon bestellt haben. Beim anderen Chinesen bekommen wir erstmals wirklich gutes Essen.
Der märchenhaft schöne Purakaunui-Wasserfall ist das nächste Ziel. Auch Jacks Blowhole ist eine Sensation. 200 m von der Küste entfernt tobt Meerwasser in einem gewaltigen 55 m tiefen Loch.
Unser Tank ist leer und die Tankstelle in Owaka um 17 Uhr zu. Andere werben, wir haben 8 Tage die Woche und 25 Stunden pro Tag geöffnet. In Papatowei das gleiche Drama. Erst kurz vor knapp bekommen wir teures Benzin und können somit heute noch nach Bluff fahren, dem südlichsten Punkt der Insel. Dann tanken wir in Invercargill voll und verbringen den Abend im McDonald. An der Straße 99 schlafen wir an einem Rastplatz.

Sonntag, 6. März 2005 (342 km/4.890 km/41 km/181 km) (1.053 m H.)
(NL17: S 44°45,893 O 167°59,431 Homertunnel vor Milford Sound/Neuseeland-Südinsel)

Der schönste Sonnenaufgang meines Lebens lässt Gutes verheißen, hätte man meinen können. Tatsächlich regnet es ununterbrochen, wie es der Wetterbericht voraus sagte. Wir fahren Richtung Te Anau um für morgen die Schifffahrt im Milford Sound zu buchen. Der Lake Hauroko findet unsere Aufmerksamkeit, da er der tiefste See Neuseelands ist. Leider ist kaum was zu sehen. Um 14 Uhr regnet es immer noch. Wir buchen deshalb erst mal nicht, sondern kaufen Postkarten und schreiben diese in einem Cafe. Um 16.30 Uhr zeigt sich ein wenig blauer Himmel, der Regen hört auf. Sofort machen wir alles für morgen klar, Buchung, Essen kaufen und tanken.
Nach 18 Uhr fahren wir in Te Anau los. Obwohl die Wolken tief hängen, ist deutlich zu sehen, wie schön es hier ist. Das müssen 1000 Wasserfälle an den schneebedeckten Bergen sein, die sich zu einem mächtigen Fluss vereinen. An den Mirror Lakes steht die Aussichtsplattform unter Wasser. Im Homertunnel steht ein Mädchen wie bestellt und nicht abgeholt. Sie hat Tunnelangst und wartet bis ihre Freunde zurück sind. Wir entdecken eine Eishöhle, bevor wir schlafen gehen. Leider regnet es um 23 Uhr wieder.