TRANSSIB 2005 - Niemandsland

Der Zug verließ Ulaan Bataar von Bahnsteig zwei. Es klappte alles reibungslos. Unsere Begleiter waren Tschinge und ihr Mann Naroo, ein ungemein sympathisches Pärchen, beide dreißig Jahre alt und Mongolen. Sie verstanden kein Wort von den Sprachen, die mir geläufig waren. Jedoch verständigten wir uns mit Händen und Füßen. Wir aßen zusammen. Jeder packte das aus, was er dabei hatte. Und die beiden hatten wesentlich mehr als wir. Wir unterhielten uns prächtig.
Um neun fuhr unser Zug in Dzamīn Üüd ein. Sogleich stürzte sich ein Horde wilder Mongolen auf uns: Erlian! Erlian! Nur fünfzig Yuan! Wir quetschten uns in einen Minibus und schon ging die wilde Hatz los - allerdings nur ein paar Meter. Dann Stillstand. Kleinbusse und Jeeps warteten Stoßstange an Stoßstange - und das wörtlich.


unser Zug nach Dzamīn Üüd
Sascha mit Tschinge Bahngebäude im Niemandsland
Autowarteschlange an der Grenze

Niemand wusste, weshalb die Schranke nicht geöffnet wurde. Irgendwann öffnete sich die Schranke. Aus vier Reihen von Fahrzeugen wurde per Crashcar-Methode eine Zweierreihe gebildet. Es rappelte im Karton, übelste Schimpfworte rauschten hin und her. Schließlich peste unser Fahrer durch die sich schließende Schranke. Der Beamte konnte gerade noch beiseite springen.
Endlich waren wir in China! In einem Park in Erlian wurden wir von etwa einem Dutzend Kindern umringt, deren neugierige Blicke an uns entlang wanderten. Vorsichtig berührten sie mich, wie man einen unbekannten Gegenstand berührt. Es war sehr lustig.
Am Abend bestiegen wir den Zug nach Beijing. Das letzte Ziel war sehr nah!

die Kinder von Erlian Hurra! Unser Zug von Erlian nach Beijing
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