Song-Kul
 
Abendstimmung am Song-Kul

Bei 3.400 Metern hat man die Passhöhe erreicht. Der Blick nach Osten läßt einen türkisfarbenen Diamanten aufblitzen - den Song-Kul. Kleine Schäfchenwolken hoppeln über das spektakuläre Blau des Himmels. Rechts und links des Passes erheben sich jeweils zwei kleine Felsgruppen, dahinter schwingen die leicht schneeverzierten Gipfel der Gebirgsketten Song-Kul und Moldo-Too empor. Es ist Zeit auszuruhen, etwas zu essen und zu trinken und die Augen über die Landschaft streifen zu lassen, um sie als Beigabe zu genießen.

Nur wenige Hirten haben auf den saftigen Wiesen am Ufer des Sees ihr Sommerlager aufgebaut. Man vermisst die großen Herden der Saigas. Nur Hochlandpferde, wollende Dickschwanzschafe und wollweiße Ziegen bevölkern die Kräuteralmen. Ein paar Puten picken fette Würmer aus dem saftigen Boden.

Der Ak-Sakal heißt die Gäste in seiner Jurta willkommen. Nach der obligatorischen Schale Kumys, diesem friedlichen Ritual, gehen die Freunde an das Ufer des Sees. Gleichmäßig schlagen die Wellen an das Ufer und verbreiten Ruhe und Besinnlichkeit. Trotz allem hat dieses harmonische Rauschen etwas sehr Lebendiges an sich, so wie der Herzschlag eines Geschöpfes verrät, dass die Kreatur mit Leben erfüllt ist.