Kein kirgisisches Fest ist denkbar ohne Reiterspiele. Pferde gehören zu den Kirgisen wie das Salz an die Suppe. In ungeduldiger Aufregung wartet die Menschenmenge auf das wichtigste Ereignis - das weit verbreitete, uralte Reiterspiel Kök Böru. Hier werden von den Reitern gekonnte Pferdeführung, Kraft, Gewandtheit, Schnelligkeit und taktische Spitzfindigkeiten gefordert. Das an eine Wolfsjagd erinnernde Spiel wird heute mit einem frisch geschlachteten Schaf oder einer Ziege durchgeführt. Zwei Mannschaften haben die Aufgabe, den Tierkadaver in das einem Vukantrichter ähnelnde Tor des Gegners zu werfen. Dabei entwickelt sich ein höchst dynamischer und mitreißender Kampf, werden eine Menge an Defensiv- und Offensivtaktiken sowie schlaue Techniken bei hohem Tempo angewandt. Während des Spiels erreichen die Leidenschaften der Zuschauer ihren Höhepunkt; der Lärm, die Rufe, das sirenenartige Gekreische, das Pfeifen der Fans wollen sich nicht legen.
|