Brockensturm im Februar 2005
© Roland, der alte Cherusker 2005

Yetis

Am Ende des Berges beginnt eine Schneewüste, dort, wo die wilden Menschen hausen...Die Umrisse der Gestalten sind genau wie die eines menschlichen Wesens, aufrecht gehend, gelegentlich stehen bleibend. Sie heben sich dunkel gegen den Schnee ab und sind schemenhaft. Fallen wir Illusionen zum Opfer? Oder findet sich der legendäre Schneemensch auch im Harz. Wundern würde es mich nicht - Brockenhexen, Geister und Teufel gibt es ja bereits.

Wir hören Brockenhexen lachen,
Seh'n Schneegespenster Faxen machen,
Versinken bis zum Knie im Schnee,
Und alle Knochen tun uns weh.

Sturm peitscht über alle Wipfel,
Als wir dann stehen auf dem Gipfel,
Und weiße Wolken wirbeln fein,
Gesang der Schneekönigin herein.

Kann ein Mensch derselbe bleiben?
Kann er diese Welt beschreiben?
Mystisch Berggeist göttlich milde,
Steigt empor als Wahngebilde.

Auf dem Brockengipfel
im Brockenhaus

Orkanartige Winde peitschen mit bis zu 135 km/h gegen die Felsbrocken am Gipfel. Eiskalt kriecht das weiße Brockengespenst unter unsere Kleider. Nichts als Schneelicht am Zauberberg. Die Finger sind starr, der Bart eisverkrustet. Flecke tanzten vor den Augen. Und dann kehren wir ein ins Brockenhaus, in die Wärme, die in uns eindringt wie etwas Fremdes, und wir trinken einen heißen Kaffee und einen Schierker Feuerstein Likör auf unseren Sieg. Stolz können wir sein auf unsere Mädels.

Es gehört schon eine gewisse Verrücktheit dazu, die heißen Gerichte des Gipfelrestaurants auszuschlagen und stattdessen den Grill zu entzünden, um ein paar Würste zu braten. Doch was gibt es Schöneres, als nach einer anstrengenden Wanderung sein essen selbst zu zubereiten? Wir sitzen in der Goethehütte, vermummte Gestalten stapfen draußen durch den Schneesturm, schauen mit staunenden Blicken zu uns herüber, das leise Knistern der Holzkohle, das Zischen des tropfenden Fett und der Duft von gebratenem Fleisch! Brötchen und Senf hatten wir auch dabei. Ein Festmahl!
Maria Manu Cherusker Bofinger Uta

Der Tag hatte mit Schneefall begonnen. Auf unserem Rückweg bläst der Wind mit unverminderter Heftigkeit, der Brocken hüllt sich in dichte Schneewolken. Am Vormittag hatten die Fräsen erst den Weg frei geräumt. Doch nun wehen die Gipfelwinde meterhohe Wände auf. In der Schneerinne liegt blankes Eis frei, macht den Abstieg gefährlich. Keine fünf Meter können wir sehen. Und doch werfen sich noch ein paar mutige Wanderer dem Gipfel entgegen. Wir indes sind froh, dass wir die Gipfelregion verlassen.


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