Romantik der Könige
Teil 3 - Beim König der Tiere

Unser letzter Tag in München war etwas trübe. Das rechte Wetter für einen Ausflug in den Tierpark. Mit der U-Bahn kamen wir schnell dorthin. Der Münchner Tierpark wurde 1911 als erster Geo-Zoo der Welt gegründet und liegt harmonisch eingebettet im Landschaftsschutzgebiet der Isarauen. Viele Tiere beobachteten wir in ihren natürlichen Lebensräumen ohne störende Gittert oder Zäune. Das erweckte den Eindruck, als befänden sie sich in freier Wildbahn.


Agamen Agamen
Gorilla Gorilla

Im Urwaldhaus wurde die Tatsache, dass alles Leben aus dem Wasser stammt, vom Korallenbecken bis zum Gorilla und Schimpansen anschaulich dargestellt. Hier leben hinter riesigen Glasscheiben in hellen, üppig begrünten Gehegen Gorillas, aber auch Krokodile, Schlangen und Echsen. Auge in Auge mit dem Besucher - wenn das jeweilige Tier denn mag und zur Scheibe kommt. Wenn nicht, zieht es sich zurück. Der Häptling des Gorillaclans kam uns so nahe. Doch schien es, als seien die Affen nach einem üppigen Frühstück zurück in eine Art Trance gefallen. Vielleicht dachten sie auch nur: "Seht euch diese blöden, bunten Affen hinter der Scheibe an! Was blitzen die nur mit ihren kleinen Kistchen? Kann man nicht einmal in Ruhe sein Vormittagsschläfchen machen?"






Seit Jahren widmet sich der Zoo aktiv dem Artenschutz. Vom Aussterben bedrohte Tiere werden nachgezüchtet und in ihrer alten Heimat wieder ausgewildert. Der Münchener Zoo ist seit mehr als zehn Jahren ein Tier-Bewahrer. Die Arbeitsgruppe Tier-, Natur- und Artenschutz (TNA) widmet sich der Nachzucht und Auswilderung bedrohter Tierarten. So wurden Gämsen in den italienischen Abruzzen angesiedelt und Steinböcke im Nationalpark Hohe Tauern im Rauriser Tal wieder heimisch gemacht.

Steinbock Steinbock
Przewalski-Pferde Przewalski-Pferde

Die ersten Tiere, die erfolgreich in München nachgezüchtet und zurück an ihren Ursprungsort in China gebracht wurden, waren die Przewalski- Urwildpferde. Wer sich nicht selbst auf den großen Schautafeln an den Gehegen informiert oder es schon weiß, dem dürfte entgehen, welcher Sensation er da gerade gegenüber steht, wenn er dden Przewalski-Pferden beim Grasen zuschaut. Das ist die Rasse, auf der Dschingis Khan die Welt erobert hat. Und nur ganz langsam füllen sich die chinesisch-mongolischen Steppen mit diesen prachtvollen Pferden.

Die riesigen Eisbären und die possierlichen Pinguine lebten neben- einander - Nordpol und Südpol, nur durch eine Glasscheibe getrennt. Höhepunkt war der Sibirische Tiger. Oh, was für ein mächtiges Tier. Und dann erst die Raubtierfütterung! Was für königliche Geschöpfe. Und dicht dabei die Schneeleoparden in ihrem weißen Pelz, versteckt auf einem Felsen, aufmerksam blickend. Ha, und die Bären! Sie waren munter, kratzen an einem Baumstamm, sprangen über Bäche, klatschten mit ihren gewaltigen Tatzen ins Wasser, als wollten sie Lachse fangen! Stundenlang hätten wir zuschauen mögen…

Braunbär

Seite 1    Seite 2    mehr vom alten Cherusker