The valley of Chamouni, in which we are, lies very highly in the mountains. I is about six or seven hours long and goes from noon to midnight. The character, wich distingguishes me it before others, is that it has no surface in its center, but the soil, such a hollow contour, equal from the cembran pine against the highest mountain. The Mont Blanc and the mountains, wich climb down from it, the ice masses, wich fill out theses tremendous gaps, constitute the eastern wall, at that at the whole length of the valley seven glaciers, one morem largely than the other, come down...
Wir stiegen, mit Speise und Wein gerüstet, den Mont-Avert hinan, wo uns der Anblick des Eismeers überraschte. Ich würde es, um die Backen nicht zu voll zu nehmen, eigentlich das Eistal oder den Eisstrom nennen: denn die ungeheuren Eismassen nehmen ein Tal seiner Länge nach ein. Gerad hinten endigt ein spitzer Berg, von dessen beiden Seiten Neben-Eistäler sich an das Haupttal anschließen...
Die Gipfel der Felsen gegenüber und auch in die Tiefe des Tals hin sind sehr spitz und sehr zackig. Es kommt daher, weil sie aus einer Gesteinsart zusammengesetzt sind, deren Wände fast ganz perpendikular in die Erde einschießen. Solche Zacken werden Nadeln genennet, und die Aiguille du Dru ist eine hohe merkwürdige Spitze, grade dem Mont-Avert gegenüber.
Johann Wolfgang Goethe
Brief aus der Schweiz vom 5. November 1779