aus: "Eine Nacht auf dem kahlen Berg"

Nun wogte und wallte es um den Wanderer, als steuerte er weglos in einem uferlosen Meer. Alles verschwamm vor seinen Augen in einem unentwirrbaren Chaos. Ein prasselnder Regen ging mit einem lautstarken Stakkato auf das Blätterdach der kleinen Birke nieder. Er schauerte leicht zusammen, als wenn Frost ihn durchrieselte. In diesem Augenblick fühlte er sich so einsam, wie ein vor die Tür gejagter Hund. Gleichmäßig fädelten sich die Tropfen wie Perlen auf einer Schnur ab. Es war, als vernahm Stefan ein leiser werdendes Säuseln gleich dem stereotypen Gebet eines buddhistischen Mönches. Er vergaß für den Augenblick alles, so still war es rings um ihn geworden. Wo mochte er sein? Er fragte sich, ob es wohl eine Philosophie des Regens gäbe und wenn nicht, denn hätte er sie in diesem Augenblick erfinden können. Aus heiterem Himmel - wenn man es bei diesem Wetter so ausdrücken mochte - breitete sich von seinem Herzen ein tief gefühltes und unzerstörbares Glückempfinden aus.

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