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Bevor aus dem Holzhaus und den von Zimmermännern zusammengefügten Turm auf der Wartburg eine steinerne Burg wurde, sind mehr als hundert Jahre vergangen. Das Gebiet, über das die Ludowinger anfangs herrschten, war winzig. Ludwig der Bärtige, Stammvater der Ludowinger, hatte eine Bergkuppe bei Friedrichroda roden und die Schauenburg errichten lassen. Er heiratete Cäcilie von Sangerhausen. Dadurch vergrößerte sich sein Besitz vor dem Harz. Sein Sohn, Ludwig der Springer, heiratete Adelheid, die Witwe des Pfalzgrafen zu Sachsen, und bekam Ländereien an der Unstrut hinzu. Seine Macht wuchs. Die beiden Söhne Ludwigs des Springers nutzten das Mittel der Heirat ebenfalls und stärkten das Grafenhaus. Einer von ihnen, Ludwig I., wurde 1131 zum Landgrafen von Thüringen ernannt. Er ließ viele Burgen bauen, Städte anlegen und Klostervogteien einrichten. Die Söhne Ludwigs II., Ludwig III. und Hermann I., kämpften an der Seite Kaiser Barbarossas. Ludwig III., auch der Fromme genannt, nun schon Landgraf von Thüringen und Hessen, ließ mit dem Bau des Palas, dem Hauptgebäude der Wartburg, 1170 beginnen. Nach seinem Tode übernahm Bruder Hermann I. die Herrschaft und vollendete 1200 den Palas. Hermann I. war Landgraf von Thüringen und Hessen und Pfalzgraf von Sachsen. Er verlieh dem Leben auf der Wartburg großen Glanz. Die berühmtesten Dichter und Minnesänger trafen sich hier, um seine Werke vorzutragen (Sängerkrieg auf der Wartburg). Ludwig IV., der Heilige, lebte mit seiner Gemahlin, der heiligen Elisabeth, bis zum Jahr 1227 auf der Wartburg. Zu dieser Zeit waren die Lieder der Minnesänger bereits wieder verklungen. Am Ende der Ahnenreihe der Ludowinger steht Heinrich Raspe, der Bruder Ludwig IV. Er starb 1247 und hinterließ keine Erben. |
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